Presserat-Rügen wegen vermeintlichen Sozialmarkt-Missbrauchs

23. Dezember 2015, 13:44
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Artikel auf österreich.at und krone.at verunglimpften Kundin

Wien – Verschiedene Artikel über Missbrauch im Sozialmarkt, die im August auf den Online-Portalen österreich.at und krone.at veröffentlicht wurden, haben nach Ansicht des Presserats gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse verstoßen. In den Beiträgen wurde über eine gut gekleidete Damen berichtet, die in einem BMW-SUV mit tschechischem Kennzeichen in einem Sozialmarkt in Floridsdorf vorgefahren wäre und dort billig eingekauft hätte.

Die Medien zeigten dazu Fotos und schrieben von einem Skandal. Tatsächlich soll es sich um eine mit Einkaufspass ausgestattete Alleinerzieherin gehandelt haben, die sich nach einer Operation das Auto einer Freundin ausgeliehen hatte. Der Pressrat rügte die Medien, weil hier bewusst der Eindruck des Missbrauchs vermittelt wurde.

Die abgebildete Frau sei dadurch diffamiert und verunglimpft worden. Auch der Persönlichkeitsschutz wurde verletzt. Das Thema Missbrauch von Einkaufsausweisen in Sozialmärkten sei selbstverständlich von öffentlichem Interesse. Die abgebildete Frau hatte mit einem derartigen Missbrauch laut Presserat jedoch nichts zu tun. (APA, 23.12.2015)

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