Neuseeland: Richter genehmigt Auslieferung Kim Dotcoms an USA

23. Dezember 2015, 06:10
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Dem Gründer der geschlossenen Tauschplattform Megaupload drohen 20 Jahre Haft

Ein Richter in Auckland in Neuseeland hat die Auslieferung des umstrittenen deutschen Internetunternehmers Kim Dotcom an die USA genehmigt. Nach einer neunwöchigen Anhörung sei die Beweislage überwältigend, wurde am Mittwoch offiziell mitgeteilt. Auch drei weitere Angeklagte sollen zusammen mit Dotcom ausgeliefert werden.

Bis zu 20 Jahre Haft

Der Richter hatte nicht über eine Schuld Dotcoms zu entscheiden, sondern nur darüber, ob die Anschuldigungen stichhaltig genug sind für eine Auslieferung. Dem Gründer der inzwischen geschlossenen Tauschplattform Megaupload drohen in den USA 20 Jahre Haft wegen Urheberrechtsverletzungen, Betrugs und Geldwäsche. Die US-Justiz will dem 41-Jährigen, der mit seiner Tauschbörse ein Vermögen verdiente, den Prozess machen, weil er für die großflächige Weiterverbreitung von Onlineinhalten ohne Berücksichtigung der Urheberrechte verantwortlich gemacht wird.

Kim Dotcom auf Twitter.

Dotcom weist alle Vorwürfe zurück

Der Fall hatte im Jänner 2011 seinen Ausgang genommen, als bewaffnete Polizisten Dotcoms Anwesen in Auckland durchsuchten, während gleichzeitig die US-Bundespolizei FBI gegen ihn ermittelte. Dotcom weist alle Vorwürfe zurück. Auch die früheren Megaupload-Manager Finn Batato, Mathias Ortmann und Bram van der Kolk sollen in den USA vor Gericht gestellt werden.

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Erste Stellungnahme Dotcoms nach der Entscheidung.

160 Millionen Gewinn

Nach Berechnungen der US-Behörden soll Megaupload mit Urheberrechtsverletzungen einen Gewinn von 175 Millionen Dollar (160 Millionen Euro) gemacht haben, während die Hersteller von Filmen, Musik und Software Verluste von 500 Millionen Dollar verzeichneten. Das FBI stuft Dotcoms Aktivitäten als größten Fall von Urheberrechtsverletzung in der US-Geschichte ein. (APA, 23.12.2015)

  • Die Beweise gegen Kim Dotcom seien überwältigend, meint das Gericht.
    foto: apa

    Die Beweise gegen Kim Dotcom seien überwältigend, meint das Gericht.

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