Raumfahrt: Privat fliegt nur mit Staat

Kommentar22. Dezember 2015, 17:33
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Erst das Zusammenspiel von Silicon Valley und Washington bewirkt, dass die USA ihre Führungsrolle behalten

Die Technologie, um Dinge oder auch Menschen ins All zu schicken, existiert seit Jahrzehnten. Die entscheidende Hürde für den breiten Einsatz der Raumfahrt sind bis heute die Kosten. Die Tatsache, dass Raketen beim Start zerstört werden und daher nur einmal einsetzbar sind, ist nicht der einzige Kostentreiber, aber ein entscheidender. Mit ihrem Spaceshuttle-Programm hat die Nasa mehr als drei Jahrzehnte lang versucht, dieses Problem zu lösen – und ist daran spektakulär gescheitert.

Elon Musk und seiner Firma SpaceX scheint dies nun zu gelingen. Wenn die Rakete, die in Cape Canaveral unversehrt wieder gelandet ist, in einigen Jahren Serienreife erreicht, werden Raumflüge und alle mit Satelliten verbundenen Dienste deutlich billiger. Das wird fast jeden Lebensbereich berühren.

Gerade in den USA werden nun viele von der Überlegenheit der Privatwirtschaft schwärmen. Aber die Erfolge von SpaceX oder auch Musks E-Auto-Konzern Tesla wären ohne die Grundlagenforschung und deren Anwendungen, die der amerikanische Staat großzügig finanziert, nicht möglich. Europa hält da nur in wenigen Bereichen mit.

Werden solche Ausgaben gekürzt, wie es viele Republikaner fordern, dann bleiben auch innovative Unternehmer wie Musk auf der Strecke. Erst das Zusammenspiel von Silicon Valley und Washington bewirkt, dass die USA ihre technologisch-wirtschaftliche Führungsrolle behalten. (Eric Frey, 22.12.2015)

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