Sozialplan für Mitarbeiter der Anadi Bank

22. Dezember 2015, 16:42
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Mitarbeiterabbau geplant – Streit mit Heta um Kaufpreis landet bei Schlichtungsstelle

Wien – Die Austrian Anadi Bank, einst Österreich-Tochter der Hypo Alpe Adria, hat vor wenigen Tagen einen Sozialplan mit der Belegschaft ausverhandelt. Die kleine Hypothekenbank (14 Filialen in Kärnten, drei in Wien, Graz, Salzburg) gehört seit 2013 der britisch-indischen Kanoria-Gruppe, und die will das Institut neu aufstellen.

Von den derzeit 436 Mitarbeitern werden etliche gehen müssen – wie viele genau, das wird aber noch nicht bekanntgegeben. Es gebe einen "Rahmenplan", und es werde "ordentliche Lösungen und Angebote für die Betroffenen" geben, erklärt der Sprecher der Bank, Nikola Donig, dazu. Dass, wie berichtet, an die hundert Leute eingespart werden, nennt der Anadi-Sprecher "ein Gerücht". Es werde "sicher keine Kündigungswelle" geben.

Die Bank dürfte jedenfalls Filialen schließen, forciert werden soll, neben dem Online-Banking, der Aufbau von Call- und sogenannten Business-Support-Centern, wie es heißt. Zudem werden sich mobile Betreuer um die zuletzt rund 60.000 Kunden kümmern. Sie sollen, entgegen anderslautenden Gerüchten, Angestellte der Bank sein.

Streit vor Schlichtungsstelle

Abseits dessen streiten die Eigentümer der Bank, die Anadi Financial Holdings Pte. Ltd. aus Singapur, mit dem Verkäufer um Geld. Erworben hat die Gruppe rund um Saanjev Kanoria das Institut 2013 von der Hypo Alpe Adria International, also der heutigen Heta, die dem österreichischen Staat gehört. Und: Sie wurde laut ihrer Darstellung beim Einstieg in Österreich nicht ausreichend über die Sache mit den Haftungen (Pfandbriefstelle) informiert – weswegen sie eine nachträgliche Kaufpreisreduktion verlangt. Zudem geht es um Rückstellungen fürs Personal.

Der Streit mit Verkäuferin Heta ist bereits anhängig – wird allerdings nicht vor Gericht, sondern bei einer diskreten Schlichtungsstelle geführt. Die erste Sitzung wird am 25. Jänner stattfinden.

Hintergrund: Die Anadi Bank musste wegen des Schlagendwerdens der Haftungen rund um die Kärntner Hypo rund 77,5 Millionen Euro einzahlen.

Insgesamt haben die Inder rund 65,5 Millionen Euro für die Kärntner Hypo bezahlt, geflossen sind bisher 48 Millionen Euro, 17 Millionen lagern auf einem Treuhandkonto. Sie werden nur fällig, wenn bis 19. September 2017 bestimmte Bedingungen (nicht) eintreten. (Renate Graber, 22.12.2015)

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