Rezept für Stout-Chili con Carne

Ansichtssache29. Dezember 2015, 09:00
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Aus welchen Zutaten ein "authentisches" Chili besteht, darüber scheiden sich die Geister. Wird es mit oder ohne Bohnen gekocht? Tomaten(sauce) – ja oder nein? Faschiertes oder gewürfeltes Fleisch?

Während das Texas-Style Chili – zumindest äußerlich – eher einem Wiener Saftgulasch ähnelt, mit würfeligem Fleisch und ganz ohne Bohnen, sehen andere Varianten die Zugabe von Bohnen und diversen Gemüsesorten vor. Wer Bohnen aus der Dose verwendet, sollte darauf achten, dass sie nicht zu weich sind und während des Kochens die Form halten. Bohnen unterschiedlicher Marken variieren diesbezüglich oft stark.

Was die Gewürze anbelangt, sind Chili, Kreuzkümmel, mexikanischer Oregano, Salz und Pfeffer in den meisten Chilis enthalten. Nachdem mexikanischer Oregano oft nicht erhältlich ist, wird er in folgendem Rezept durch eine Mischung aus Majoran und Thymian ersetzt. Oft werden ganze, getrocknete Chilis mit heißem Wasser zu einer Paste gerührt und zugegeben – aber auch getrocknet und fein gemahlen ist üblich. Das in den Supermärkten gängige Chili-Powder ist eine Gewürzmischung, die zusätzlich zu Chili meistens noch Kreuzkümmel, Knoblauch, Paprika, Oregano und Cayennepfeffer enthält. Wer kein reines Chili-Powder (zB Ancho-Chilis) findet, kann ersatzweise eine Würzmischung verwenden.

Ob authentisch oder nicht, dieses Chili enthält Faschiertes, Bohnen und passierte Tomaten. Das dunkle Bier sorgt für einen runden, stimmigen Geschmack ohne im Endergebnis identifizierbar zu sein.

foto: ursula schersch

Zutaten

500 g Rindsfaschiertes
1 große Zwiebel (150 g)
1 Knoblauchzehe
200 ml Stout oder anderes dunkles Bier (ersatzweise helles Bier, Suppe oder Wasser)
300 g passierte Tomaten
250 ml Wasser
1 kl. Dose Kidney-Bohnen (235 g Abtropfgewicht)
1 kl. Dose Pinto-Bohnen (235 g Abtropfgewicht, ersatzweise schwarze oder Kidney-Bohnen)

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foto: ursula schersch

Gewürze

1 leicht gehäufter EL (4 g) Kreuzkümmelsamen (Cumin), ersatzweise 1 gestr EL gemahlen
1 gestr. TL getrockneter Majoran, gemahlen
1/2 gestr. TL getrockneter Thymian, gemahlen
1/2 gestr. TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 gehäufter EL mildes Chili-Pulver (hier: gemahlene Ancho Chilis; ersatzweise Chili-Powder Würzmischung)
1/2 TL Cayenne-Pfeffer (für mittelscharf; ist in Chili-Powder Würzmischungen oft enthalten)
1/2 gestr TL Salz
2 gestr. TL Kakaopulver

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foto: ursula schersch

Den Kreuzkümmel in einer Pfanne ohne Öl bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erhitzen, bis er zu duften beginnt und eine Nuance dunkler ist (nicht zu stark bräunen), rund 1-2 Minuten.

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foto: ursula schersch

Sofort aus der Pfanne geben (Resthitze) und in einem Mörser zu Pulver mahlen. Wer keinen Mörser hat, kann die Samen mit einem scharfen Messer fein hacken.

Majoran und Thymian (wenn getrocknet und gerebelt) ebenfalls im Mörser zerkleinern.

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foto: ursula schersch

Zwiebeln fein würfelig schneiden und Knoblauch mit der flachen Seite eines Messers andrücken.

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foto: ursula schersch

Zwiebel in 2 EL Öl 3 bis 5 Minuten glasig anschwitzen. Faschiertes zugeben und weitere 5 Minuten anbraten, jedoch nicht bräunen.

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foto: ursula schersch

Die Gewürze (alle außer Kakao) zugeben und eine Minute unter Rühren anrösten.

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foto: ursula schersch

Bier, passierte Tomaten, Wasser und Knoblauch einrühren und 20 Minuten bei mittlerer Hitze nicht zugedeckt köcheln lassen.

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foto: ursula schersch

Kidney-Bohnen und die Hälfte der Pinto-Bohnen zugeben und auf kleiner Flamme mitköcheln lassen.

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foto: ursula schersch

Die restlichen Pinto-Bohnen mit einigen Löffeln der Chili-Sauce oder heißem Wasser auf einem Teller zu Püree zerdrücken, anschließend in das Chili einrühren. Die zerdrückten Bohnen machen die Chili-Sauce schön sämig.

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foto: ursula schersch

Das Chili jetzt noch rund 15-20 Minuten köcheln lassen. Das Ergebnis sollte ein Chili mit einer sämigen Sauce sein. Gegen Ende der Kochzeit den Knoblauch entfernen und Kakao unter Rühren einsieben. Bei Bedarf noch etwas Wasser einrühren und gegebenenfalls nachsalzen.

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foto: ursula schersch

Gutes Gelingen! (Ursula Schersch, 29.12.2015)

>> Das Rezept zum Ausdrucken

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