Italiens Premier Renzi beklagt deutsche Dominanz in der EU

22. Dezember 2015, 12:39
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Betont in Interview aber zugleich "ausgezeichnetes persönliches Verhältnis" zu Merkel

Rom – Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi klagt über eine Vorherrschaft Deutschlands in der EU. "Europa muss 28 Ländern dienen, nicht nur einem", sagte Renzi der britischen Tageszeitung "Financial Times" vom Dienstag. Zugleich betonte er, dass er die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sehr schätze, "wir haben ein ausgezeichnetes persönliches Verhältnis".

Die von Merkel durchgesetzte Sparpolitik begünstige aber die Populisten, sagte Renzi angesichts des spanischen Wahlergebnisses. Dort hatte der konservative Ministerpräsident Mariano Rajoy am Sonntag die Mehrheit verloren, die Neugründungen Podemos und Ciudadanos erzielten starke Ergebnisse.

"Mein Freund Mariano"

"Ich weiß nicht, was mit meinem Freund Mariano passieren wird. Aber ich weiß, dass diejenigen, die als treue Anhänger einer Sparpolitik ohne Wachstum in vorderster Front standen, ihre Jobs verloren haben", erklärte Renzi. Seiner sozialdemokratischen PD ist die populistische Fünf-Sterne-Bewegung in Umfragen dicht auf den Fersen.

Renzi kritisierte auch, dass die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream zwischen Deutschland und Russland trotz Sanktionen ausgebaut werden solle, während die EU den Bau einer South-Stream-Pipeline, von der Italien profitiert hätte, verhindert habe. "Wer entscheidet hier eigentlich?", fragte Renzi, der schon beim EU-Gipfel Ende voriger Woche Merkel kritisiert hatte. (APA, 22.12.2015

  • "Diejenigen, die als treue Anhänger einer Sparpolitik ohne Wachstum an vorderster Front standen verloren ihre Jobs", warnt Italiens Premier Matteo Renzi.
    foto: apa / afp / thierry charlier

    "Diejenigen, die als treue Anhänger einer Sparpolitik ohne Wachstum an vorderster Front standen verloren ihre Jobs", warnt Italiens Premier Matteo Renzi.

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