Österreich schickt Hercules-Flugzeug nach Mali

22. Dezember 2015, 12:30
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Klug: Europa muss mehr für seine eigene Sicherheit tun – Mikl-Leitner: Lassen nicht Spaltung der Gesellschaft durch Terroristen zu

Wien – Die österreichische Regierung hat die angekündigte Hilfe für Frankreich nach den Terroranschlägen in Paris am Dienstag abgesegnet und wird Lufttransporte durch eine Hercules-Maschine bereitstellen. Es sollen auch 15 Soldaten an der UN-Mission Minusma in Nord-Mali teilnehmen, das Kontingent der EU-Ausbildungsmission in Mail wird auf bis zu 20 österreichische Soldaten erhöht.

Außerdem werde die Teilnahme von bis zu fünf Bundesheerangehörigen an der Beratungsmission EUMAM für die Zentralafrikanische Republik verlängert. Das Bundesheer bietet ferner an, verstärkt Lufttransporte im Rahmen von EU- und UN-Missionen in Afrika durchzuführen. Grundsätzlich betont die Regierung, dass die Unterstützungsleistungen Österreichs nur in Missionen mit UN-Mandat stattfinden.

Beistand für Frankreich nach Paris-Terror

Auf Ersuchen Frankreichs können Personal oder Ausrüstung mit der "Hercules" geflogen werden. Der genaue Modus der Zusammenarbeit werde nach erfolgter Zusage Frankreichs abgestimmt. Paris hatte nach den Anschlägen vom 13. November um EU-Beistand gebeten, da das eigene Militär zunehmend überspannt sei.

Österreich habe nach den Terroranschlägen Frankreich Solidarität und Unterstützung zugesagt, erklärte Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ). "Mit dem heute unterbreiteten Paket von Außen-, Innen- und Verteidigungsressort lassen wir dieser Zusage konkrete Taten folgen." Europa werde künftig mehr für seine eigene Sicherheit tun müssen.

Militärische Transporte

"Die Extremisten wollen unsere Gesellschaft spalten und uns einschüchtern", sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), "und genau das werden wir nicht zulassen." Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) erklärte, "uns ist wichtig, dass wir ein Signal senden, dass Europa im Kampf gegen den Terror einig ist".

Die C-130 Hercules ist ein Flugzeug für vorwiegend militärische Transporte. Die Maschine verfügt über vier Turbo-Propeller-Triebwerke. Sie dient in erster Linie zum Transport von Personal und Versorgungsgütern, vor allem im Rahmen von Auslandseinsätzen des Bundesheers. Das österreichische Bundesheer betreibt drei Maschinen dieses Typs. (APA, 22.12.2015)

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