Japanische TDK darf Micronas übernehmen

22. Dezember 2015, 11:01
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Für umgerechnet knapp 200 Mio. Euro – Japaner wollen Sensoren-Geschäft ausbauen

Der japanische Elektronikkonzern TDK darf den Schweizer Chiphersteller Micronas übernehmen. Die Schweizer Übernahmekommission hielt in einer Verfügung fest, das Übernahmeoffert entspreche den gesetzlichen Bestimmungen. TDK lässt sich den Deal 214 Mio. Franken (198,07 Mio. Euro) kosten.

Zwischenabschluss bis zehn Börsentage vor Ende der Frist

Die Kommission verfügte nach Micronas-Angaben vom Dienstag, dass der Chiphersteller bis spätestens zehn Börsentage vor Ende der Angebotsfrist einen aktuellen Zwischenabschluss erstellen muss. Bisher hatte es bei Micronas lediglich geheißen, dass die Publikation des Jahresabschlusses wegen des TDK-Angebots auf ein unbestimmtes Datum verschoben werde.

Der japanische Elektronikkonzern TDK hatte vorige Woche ein öffentliches Kaufangebot für Micronas lanciert. Er offeriert 7,50 Franken pro Aktie, was einem Kaufpreis von 214 Mio. Franken entspricht.

Die Angebotsfrist wird voraussichtlich am 12. Jänner 2016 beginnen und am 10. Februar 2016 enden, wie im Angebotsinserat frühere Angaben bestätigt werden. Die Nachfrist ist für den Zeitraum vom 17. Februar bis 1. März 2016 vorgesehen.

Einstimmig empfohlen

Der Verwaltungsrat der angeschlagenen Micronas empfahl das Übernahmeangebot einstimmig zur Annahme. Der Schritt bringe Micronas erhebliche strategische, operative und finanzielle Vorteile. Das TDK-Angebot entsprach bei der Publikation der Offerte einem Aufschlag von fast 70 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vorangegangenen zwei Monate.

Micronas hatte in den vergangenen Monaten unter einer schwächeren Nachfrage im Hauptmarkt Japan und unter dem starken Franken gelitten. Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten um fast 15 Prozent und der Verlust weitete sich von 6,1 Millionen im Halbjahr auf 7,4 Mio. Franken aus.

TDK will mit der Übernahme das Sensoren-Geschäft ausbauen, besonders durch die Kombination der Kompetenzen bei den eigenen Magnetsensoren mit den Hall-Sensoren von Micronas. (APA, 22.12.2015)

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