Fed-Mitglied erwartet Zinserhöhung bei jeder zweiten Sitzung

22. Dezember 2015, 10:18
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US-Notenbank hatte vorige Woche erstmals seit fast zehn Jahren den Leitzins erhöht

Washington – Die US-Notenbank Federal Reserve könnte nach Einschätzung ihres Mitglieds Dennis Lockhart in den kommenden Monaten bei jeder zweiten Sitzung des zuständigen Gremiums eine Zinserhöhung beschließen. Die von der Fed in Aussicht gestellte behutsame Anhebung bedeute kaum einen Zinsschritt bei jedem Treffen des Offenmarktausschusses, sagte der Präsident der Federal Reserve von Atlanta am Montag im Radio.

Das geplante Tempo entspreche eher einer Anhebung bei jeder zweiten Zusammenkunft, so Lockhart. Die Fed hatte vorige Woche erstmals seit fast zehn Jahren den Leitzins erhöht. Die nächsten Zins-Sitzungen sind im Jänner und März.

Zielwert 1,375 Prozent

Insgesamt trifft sich der Offenmarktausschuss acht Mal im Jahr. Mit seiner Prognose von einem Zinsschritt bei jeder zweiten Sitzung liegt Lockhart im Rahmen der Erwartungen seiner Kollegen: In ihren aktuellen Prognosen gehen die Währungshüter im Mittel von drei bis vier Zinsschritten im kommenden Jahr aus und veranschlagen für Ende 2016 einen Satz von 1,375 Prozent. Vorigen Mittwoch hob die Fed die Zinsspanne auf 0,25 bis 0,5 Prozent an. Zuvor hatte der Schlüsselsatz sieben Jahre nahe Null gelegen.

Kapitalpuffer für Banken

Die Fed teilte außerdem am Montag mit, dass sie Großbanken unter bestimmten Umständen zu dickeren Kapitalpolstern verpflichten will. Damit könnten sich die Institute besser gegen Verluste wappnen, wenn Kreditrisiken über das normale Maß hinaus gestiegen seien und das Finanzsystem bedrohten. Die neue Regel würde für 13 US-Banken und einige ausländische Institute gelten.

Der Vorschlag folgt auf eine Reihe von Maßnahmen, mit der die Behörden eine Wiederholung der Finanzkrise von 2008 und ihrer negativen Folgen für die Weltwirtschaft verhindern wollen. Faule Kredite, Verluste großer Banken und mangelnde Liquidität spielten eine zentrale Rolle.

Die sogenannten "antizyklischen Kapitalpuffer" würden zudem Schwankungen in der Kreditversorgung mäßigen, erklärte die Fed weiter. Die Zentralbank geht demnach davon aus, dass die dickeren Kapitalpolster derzeit nicht benötigt werden. Das Steuerungsinstrument solle aber bereits etabliert sein, falls das Kreditgeschäft einmal außer Kontrolle gerate. Ob dies der Fall sei, werde die Fed anhand einer Reihe von Risikofaktoren ermitteln. Die Entscheidung werde die Notenbank zusammen mit der für das Kreditwesen zuständigen US-Finanzaufsichtsbehörde sowie der Einlagensicherung treffen. Den Instituten werde rund zwölf Monate Zeit gegeben, um die neuen Auflagen zu erfüllen. (APA/Reuters, 22.12.2015)

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