Jansrud holt Parallel-Bewerb, Hirscher früh out

21. Dezember 2015, 18:31
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Norweger holt sich die vollen Punkte beim Parallel-RTL in Alta Badia, Hirscher bereits in erster Runde ausgeschieden

Alta Badia – Zum ersten Mal hat am Montag im alpinen Ski-Weltcup ein Parallel-Riesentorlauf stattgefunden. Den Sieg in Alta Badia holte sich in einem rein norwegischen Finale Kjetil Jansrud, der sich gegen Aksel Lund Svindal durchsetzte. Marcel Hirscher war schon nach der ersten Runde wegen einer Bodenwelle weg vom Fenster und wurde 28. Kritik gab es an der eventuell technisch zu wenig fordernden Kurssetzung.

Während Jansrud über seinen ersten Saisonsieg jubeln durfte, ist die beeindruckende Hirscher-Serie zu Ende gegangen. Der Salzburger war zuvor in all seinen sechs Saisonrennen aufs Stockerl gefahren, saisonübergreifend hatte er es sogar sieben Rennen kontinuierlich auf das Podest geschafft. Auch die Führung im Gesamtweltcup musste Hirscher wieder an Svindal abtreten, der nun mit 57 Punkten Vorsprung führt.

Bester Österreicher war Christoph Nösig als Zwölfter, er schied ebenso wie Manuel Feller (14.) im Achtelfinale aus. Philipp Schörghofer landete auf Platz 17. Somit gab es bei der Premiere des neuen Formats keine Top-Ten-Platzierung für den ÖSV.

Direkt ins Tor

"Ich bin zu gerade reingefahren, es ist sich nicht mehr ausgegangen. So schnell ist man weg", kommentierte Hirscher das Ergebnis. Der Läufer mit der Startnummer eins fuhr im zweiten Lauf seines Erstrunden-Duells gegen den Italiener Riccardo Tonetti nach etwa der Hälfte des Kurses direkt in ein Tor. "Ich bin sauschnell gewesen eigentlich, habe aber vielleicht ein bisschen zu viel gepusht und bin sicher nicht sauber gesprungen."

Auch andere Mitfavoriten scheiterten wie der topgesetzte Hirscher früh. So erwischte es vor den Augen von Bayern-München-Star Thomas Müller und seiner Frau Lisa seine Landsleute Felix Neureuther und Fritz Dopfer ebenso wie den US-Amerikaner Ted Ligety oder den Norweger Henrik Kristoffersen ebenfalls in der Auftaktrunde.

Jansrud und Svindal hingegen arbeiteten sich an den entgegengesetzten Enden des Rasters sukzessive bis zum norwegischen Traumfinale vor. Dort war der knapp drei Jahre jüngere Jansrud 0,22 Sekunden schneller als sein guter Freund. "Ich hätte nicht gedacht, dass ein Sieg möglich ist", gestand der 30-Jährige im Ziel. "Aber ich war schon früher im Riesentorlauf im Flachen schnell. Unsere Chancen waren dadurch besser, dass es so gerade gegangen ist."

Auch Svindal hatte Platz zwei nicht auf der Rechnung. "Es ist kein normaler Riesentorlauf, das muss man sagen. Dass man für so ein Rennen Weltcup-Punkte bekommt, ist sicher diskussionswürdig", stimmte er auch leise Kritik an. Platz drei ging an den schwedischen Routinier Andre Myhrer, der im kleinen Finale den Deutschen Dominik Schwaiger in die Schranken wies.

Mehr Kurven gefordert

Deutlicher wurde die Kritik in Sachen Kurssetzung geäußert. Etwas zu schnell und zu wenig kurvig sei es gewesen, lautete der Tenor der Spezialisten. "Für mich sollten halt schon ein bisschen Kurven drinnen sein. So kannst du mit dem Riesentorlaufschwung nichts holen", merkte Hirscher an. Sein Siegertipp lautete schon nach seinem frühen Out Svindal. "Und Jansrud auf Zwei. Weil da kommt es mehr auf das Springen an als darauf, was man für Kurven fährt."

Dass dieser Tipp am Ende mit vertauschten Plätzen aufging, spricht für den vierfachen Gesamtweltcup-Sieger, der für das Format prinzipiell durchaus eine Zukunft sieht. "Der Bewerb ist saugeil, ich finde es schon spannend." "Es hat brutal viel Spaß gemacht, und es ist sehr spannend zum Zuschauen sicher", meinte auch der 30-jährige Nösig.

"Ich würde die Kurssetzung verändern. Es ist zu schnell, die Sprünge gehen ins Flache. Ich bin froh, dass nichts passiert ist", sagte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum. "Auf so ein Finale zu setzen, da hätte man natürlich viel gewonnen." (APA 21.12.2015)

Ergebnis: Parallel-RTL in Alta Badia

  • Hirscher (re.) hat es nicht geschafft.
    foto: apa/afp/olivier morin

    Hirscher (re.) hat es nicht geschafft.

  • Jansrud schon.
    foto: ap/trovati

    Jansrud schon.

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