Immer weniger Wasservögel überwintern in Österreich

27. Dezember 2015, 10:12
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Langzeitstudie zeigt eindeutige Tendenz. Ursachen dürften im Klimawandel liegen

Wien – Die Zahl der in Österreich überwinternden Wasservögel ist rückläufig. Das zeigt eine österreichweite Langzeitstudie über 45 Jahre, die die Vogelschutzorganisation "BirdLife Österreich" nun veröffentlicht hat. Die Hauptursache für diese Entwicklung: Durch den Klimawandel würden die Tiere auch im Norden ausreichend Futter und Lebensraum finden. Zudem gebe es durch verbesserten Gewässerschutz hierzulande weniger Futter für pflanzenfressende Vögel.

Seit den 1970er Jahren werden alljährlich an Gewässern wie dem Rheindelta, am österreichischen Ufer des Bodensees, dem Inn, aber auch am Traun- und Attersee, den meisten Kärntner Seen und entlang der Donau und der Mur von Hunderten Freiwilligen Wasservögel gezählt. Von 1970 bis Ende der 1980er Jahre stiegen die Bestände stetig an und erreichten bei knapp 200.000 überwinternden Wasservögeln ihr Maximum. Seither ist wiederum ein Rückgang zu verzeichnen.

Überleben im Norden

"Aktuell sprechen wir von etwa 131.000 Wasservögeln, die hierzulande überwintern", so Norbert Teufelbauer von "BirdLife Österreich". Dabei handelt es sich um an die hundert unterschiedliche Vogelarten wie verschiedene Enten, Schwäne, Möwen, Lappentaucher, Seetaucher, Reiher und Rallen.

Die Experten haben einige Erklärungen für den Rückgang: Die in Österreich überwinternden Wasservögel kommen aus dem Norden Europas, zum Teil sogar aus der Arktis, wo die Gewässer im Winter komplett zufrieren. Wenn dies durch die immer wärmeren Winter nicht mehr der Fall ist, können Tiere, die üblicherweise nach Mitteleuropa fliegen, auch im Norden überwintern.

Studien würden zudem belegen, dass die Konzentration an Pflanzennährstoffen in den heimischen Gewässern als Folge des verbesserten Gewässerschutzes seit vielen Jahren abnimmt. "Weniger Nährstoffe heißt aber auch, dass viele pflanzenfressende Wasservögel weniger Futter vorfinden", so Teufelbauer. Er geht auch von einem Rückgang der Bestände der vom Schwarzen Meer eingeschleppten Dreikantmuschel aus, einer wichtige Nahrungsgrundlage einiger der überwinternden Wasservogelarten. (APA, red, 27.12.2015)

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