Amazon: Gewerkschaft macht mit Streiks bis Weihnachten Druck

21. Dezember 2015, 11:50
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Im seit Jahren schwelenden Kollektivvertragsstreit fordern die Beschäftigten Regelungen, wie sie im deutschen Handel üblich sind

Berlin/Seattle – Im Endspurt des Weihnachtsgeschäfts will die deutsche Gewerkschaft Verdi mit erneuten Streiks den Druck auf den US-Internethändler Amazon erhöhen. Mitarbeiter in sechs der insgesamt neun Verteilzentren in Deutschland beteiligten sich an dem Ausstand, wie die Gewerkschaft heute, Montag, mitteilte.

In vier der Zentren soll bis zum 24. Dezember gestreikt werden, in den beiden anderen Zentren etwas kürzer. Amazon erklärte, dass die Auslieferungen nicht beeinträchtigt würden. "Es gibt überhaupt keine Auswirkungen auf unsere Lieferungszusagen für die Kunden", sagte eine Sprecherin des US-amerikanischen Konzerns. Der Großteil des Personals würde arbeiten. Zudem nutze Amazon ein Netzwerk von 29 Verteilzentren in ganz Europa.

Handel oder Logistik

Der Kollektivvertragskonflikt dauert bereits seit Mai 2013. Verdi fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon nimmt indes Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird.

Deutschland ist für Amazon nach den USA der zweitgrößte Markt mit 10.000 Angestellten in den Warenlagern und mehr als 10.000 Saisonarbeitern. Die Gewerkschaft rechnet bei der neuen Streikrunde mit einer Beteiligung in der Größenordnung der vergangenen Runde, als Hunderte Mitarbeiter in verschiedenen Zentren die Arbeit niederlegten. (APA/Reuters, 21.12.2015)

  • In sechs von neun Amazon-Verteilerzentren in Deutschland wird erneut gestreikt.
    foto: dpa/jan-philipp strobel

    In sechs von neun Amazon-Verteilerzentren in Deutschland wird erneut gestreikt.

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