Eine Tonne Munition und Waffen in Wiener Wohnhaus entdeckt

19. Dezember 2015, 11:59
287 Postings

Der 73-Jährige Eigentümer bezeichnete sich als "leidenschaftlichen Waffensammler". Die Polizei hat ihn angezeigt

Wien – Bei einer Wohnungsräumung in Wien-Ottakring sind am Freitag rund eine Tonne Munition, Waffen und Zubehör sowie Schwarzpulver entdeckt worden. Der 73 Jahre alte Eigentümer, nach eigenen Angaben ein leidenschaftlicher Waffensammler, wurde angezeigt. Das gab die Polizei am Samstag bekannt.

Der 73-Jährige lebte nicht selbst in der Wohnung in der Gablenzgasse, sondern habe die Räumlichkeiten ausschließlich als Lager benutzt, sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger.

In der Wohnung wurden nach Angaben der Polizei 950 Kilo Munition, vier Faustfeuerwaffen, fünf Kilo Schwarzpulver, 27 Kilo Treibmittel, mehrere verbotene Waffen sowie diverses Kriegsmaterial sichergestellt. Zu den verbotenen Waffen zählten laut Keiblinger ein als Gehstock getarnter Degen und ein Schalldämpfer.

Seit vierzig Jahren Sammler

Als Kriegsmaterial gelten den Angaben zufolge Werfergranaten und Munition für vollautomatische Waffen, die der 73-Jährige ebenfalls in der Wohnung gelagert hatte. Der Polizei sagte der Mann, dass er seit den 70er-Jahren Waffen und Zubehör sammle. 2011 seien ihm seine waffenrechtlichen Dokumente abgenommen worden, erläuterte Keiblinger. Auf den Senior dürfte eine lange Reihe an Anzeigen zukommen – wegen illegalen Waffenbesitzes, Verstößen gegen das Kriegsmaterialgesetz und der illegalen Lagerung, die "sowieso ein Wahnsinn" gewesen sei, wie ein Beamter sagte. "Hier wird geprüft, ob eine Gemeingefährdung oder eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit vorliegt", sagte Keiblinger.

Die Räumung der Wohnung erfolgte den Angaben zufolge im Auftrag der städtischen Hausverwaltung "Wiener Wohnen" und hätte von einem Subunternehmen der Magistratsabteilung 48 durchgeführt werden sollen. Nach dem Fund der ersten beiden Säcke mit Munition "übernahm" die Exekutive, nämlich Streifenbeamte und Entschärfungsdienst. Da die Situation zuerst unklar war, wurde auch das Einsatzkommando Cobra beigezogen. (APA, 19.12.2015)

Share if you care.