WTO-Verhandlungen gehen in die Verlängerung

18. Dezember 2015, 20:52
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Am Samstag sollen Kompromisse gefunden werden

Nairobi – Den mehr als 160 Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) ist es bei ihrer ersten Ministerkonferenz in Afrika nicht gelungen, sich zeitgerecht auf eine gemeinsame Abschlusserklärung zu einigen. Auch hinsichtlich angestrebter Vereinbarungen über den Subventionsabbau im Agrarbereich gab es bis zum späten Freitagabend bei den Beratungen in Kenias Hauptstadt Nairobi keinen Durchbruch.

Eigentlich hätte die 10. Welthandelskonferenz bereits Freitagmittag mit einer öffentlichen Abschlusssitzung beendet werden sollen. Nun wollen die Handelsminister und anderen Delegationsleiter am Samstag erneut versuchen, Kompromisse zu finden.

Heftig gestritten wurde darüber, ob die Doha-Entwicklungsrunde noch weiter verfolgt werden soll. Die USA und die EU erklärten, dass diese 2001 im Emirat Katar vereinbarte Agenda für die Liberalisierung des Welthandels bei gleichzeitiger Förderung der Entwicklungsländer zu keinen greifbaren Ergebnissen geführt habe. Sie wollen eine Neuausrichtung der WTO mit Verhandlungen über neue Themen der Globalisierung. Unter anderem Indien und China lehnen dies ab, weil sie befürchten ihren Doha-Status als Entwicklungsländer und damit verbundene Vorteile zu verlieren. (APA, 18.12.2015)

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