Auf drei! – NFL Playoff Prognosen

18. Dezember 2015, 18:05
82 Postings

Neben drei fixen Playoff-Teilnehmern, lassen sich bereits einige vernünftige Prognosen anstellen

In der AFC hat New England (11-2) als erneuter Gewinner ihrer Division (East) seinen Platz in der Post Season sicher, in der NFC hat Carolina (South) mit 13-0 bereits einen der beiden Top-Seeds fix und wird erst in der zweiten Runde, den Divisional Playoffs, einsteigen. Als zweite Mannschaft hat in der West Arizona (11-2) das Ziel Playoff-Teilnahme bereits gesichert. Wer schafft es noch?

In beiden Conferences gibt es mit der AFC South und NFC East zwei weit offene Divisionen. Aus beiden wird nur der Gewinner ins Playoff einziehen. Es besteht für keines der acht Teams noch Hoffnung auf eine Wild Card ohne vorhergehenden Titelgewinn.

Die AFC

Momentan hält in der AFC South Platz 1 Indianapolis (6-7), was eigentlich ein kleines Wunder ist nach hohen Niederlagen gegen Pittsburgh (10:45) und (aufgepasst!) Jacksonville (16:51). Allerdings ist Schwäche der aktuelle Aggregatzustand dieser Division, denn auch Houston (6-7) hat im Dezember noch kein Spiel gewonnen, was nun sogar Jacksonville (5-8) noch am Leben hielt. Nur Tennessee (3-10) ist bereits aus dem Rennen. Ich bin fast gewillt zu sagen, es ist egal wer am Ende ins Playoff einzieht, weil ich keinem Team zutraue eine Playoff-Runde gegen Pittsburgh, Kansas City oder die New York Jets zu überstehen, dabei hatte ich die Colts vor der Saison noch im Verdacht eine Super Bowl zu erreichen. Unverdächtig wurden sie für mich erst nach dem "Fake-Punt" gegen New England, wobei schon vorher zu erkennen war, dass Indianapolis eklatante Probleme an allen möglichen Ecken und Enden hat.

Bis auf ein Spiel (Houston schlug die Jets) verloren diese Teams auch Spiele gegen die drei genannten Mannschaften. Allerdings werden die New York Jets nach meiner Rechnung die Playoffs nicht erreichen – darauf komme ich gleich zurück. Ich lasse das mal die Gang Green-Fans verdauen.

Der restliche Spielpan des Trios lässt auch keine allzu großen Rückschlüsse ziehen, wobei die Texans es nur noch mit der Divisionskollegen (Reihenfolge IND, TEN, JAC) zu tun bekommen. Die Colts müssen noch zusätzlich gegen Miami ran, die Jaguars gegen die NFC South Teams aus Atlanta und New Orleans. Hört sich ebenso für alle machbar, wie angesichts der Situation gleichermaßen sehr schwierig an. Prognose aus der Bauchgegend: Houston macht's.

Spielplan und Tie Breaker vs. The New York Jets

Kommen wir zu den New Yorkern zurück und deren meiner Ansicht schlechten Karten für die Playoffs. Ich gehe da von zwei Winouts aus, glaube Pittsburgh wird Denver, Baltimore und Cleveland schlagen und sehe Kansas City nicht gegen Baltimore, Cleveland und Oakland verlieren. Damit wäre das Schicksal der Jets besiegelt, selbst wenn sie ebenfalls alle ihre Spiele (Dallas, New England, Buffalo) gewinnen würden. Bei 11-5 für alle drei Teams, würden die Jets ihre Wild Card an die Steelers verlieren. Nachzuspielen übrigens mit der sehr lustigen Playoff Maschine von ESPN, die alle Tie-Breaker berücksichtigt. Auch die Variante OAK schlägt KC, DEN schlägt PIT und die Jets verlieren "nur" gegen New England, bringt genau dieses Ergebnis mit sich. Den Jets bleibt eigentlich nur die Möglichkeit am Ende eine bessere Sieg-Niederlage-Bilanz als einer der beiden anderen Wild Card-Aspiranten aufzuweisen. Das, so meine ich, wird eben schwierig, laufen gerade die beiden aktuell heiß. Pittsburgh ist in der Form ein Super Bowl-Kandidat, denn der Berg Ben hat seine Lawinen Bryant, Brown, Wheaton, Miller und Williams zu Tal geschickt und vier der letzten fünf Spiele (knappe Niederlage in Seattle) gewonnen. Die Chiefs sind, wohlgemerkt nach einem miserablen 1-5 Start, nun seit zwei Monaten ungeschlagen.

Personalsorgen in Denver und Cincinnati

Die Plätze 2 und 3 der AFC sehe ich, trotzt Ausfällen, bei Cincinnati und Denver (beide 10-3). Die Bengals verloren bei ihrer Niederlage gegen Pittsburgh Quarterback Andy Dalton (Daumen) und – vielleicht noch schlimmer – Tight End Tyler Eifert mit einer Gehirnerschütterung. Während mit AJ McCarron ein hoffnungsvoller Rookie in der zweiten Reihe auf seine Chance wartet Dalton alt aussehen zu lassen, wird es hinter Eifert, deutlich dünner. Es sollte aber für einen Sieg aus dem Restprogramm (SF, DEN. BAL) reichen, um die Division gegen Pittsburgh abzusichern.

Denver muss weiterhin auf Peyton Manning verzichten, wobei das nicht wenige als ihr Glück betrachten. Heute ist bekannt, dass Manning angeschlagen spielte. Die Frage ist, wie gut er noch spielen kann, wenn er fit ist. Und: Wird er das überhaupt noch einmal? Manning kehrte diese Woche zum Training zurück, wird aber vorerst weiter geschont. Brock Osweiler wirkte als Spielmacher eher nicht wie die Zukunft Denvers und wer CEO John Elway kennt, der weiss auch, dass der das auch schon bemerkt hat. Ähnlich wie bei Cincinnati sehe ich das Restprogramm gelassen, denn die Broncos können sich die Division mit einem einzigen Sieg aus den Spielen gegen Pittsburgh, Cincinnati und San Diego sichern. Und spätestens gegen die Chargers sollte das auch klappen.

Die Rolle der beiden Teams mit ihren Still Alive-Shirts aus Oakland und Buffalo (beide 6-7), würde ich aus heutiger Sicht als hintergründig anlegen. Dass einer von ihnen das Restprogramm gewinnt und zwei der drei oben komplett auslassen, das ist reiner Zweckoptimismus. Aber ja: Noch seid ihr da.

AFC Playoff Prognose:

1. New England
2. Cincinnati
3. Denver
4. Houston
5. Kansas City
6. Pittsburgh

Die NFC

Die Wundertüte hier ist, wie eingangs erwähnt, die East, die mit Washington, Philadelphia und den New York Giants gleich drei Teams mit einer 6-7 Bilanz beheimatet. Die Hauptstadt führt auf Basis der direkten Begegnungen und hat mit Buffalo den am Papier einfachsten Gegner vor sich, der nicht aus der Division kommt. Die Eagles und Giants haben mit den Cardinals bzw. Panthers die beiden stärksten Teams der Conference in Woche 15 zu Gast und das könnte zu zwei gröberen Unfällen auf der Playoff-Avenue führen. Wie in der AFC sieht es auch für New York in der NFC düster aus, denn nach dem Versuch Cam Newton die erste Saisonniederlage zuzufügen, müssen die Giants auch noch nach Minnesota, was heuer einem sehr schweren Gang gleich kommt. Die Vikings (8-5) haben 2015 nur zwei Heimspiele abgeben müssen. An Green Bay und Seattle. Für Minnesota ist die erste Playoff-Teilnahme seit 2012, trotzt der zuletzt unglücklichen Niederlage in Arizona, in unmittelbare Nähe gerückt. Auch der Titel in der NFC North ist für die Vikings noch zu haben. Der Konkurrent um Platz 1 im Norden, Green Bay, hat ein Spiel Vorsprung, aber eineinhalb schwere Auswärtsspiele in Oakland und Arizona zu absolvieren, bevor es in Woche 17 vielleicht zum direkten Duell um den Titel kommt.

Comeback der LOB

Zur Saisonmitte (bei 4-5) von einigen bereits tot gesagt, hat Seattle seit Mitte November kein Spiel mehr verloren und auf dem Weg u.a. Pittsburgh und Minnesota geschlagen. Auf dieser Reise zum 8-5 verlor man auf Grund von Verletzungen nicht nur Tight End Jimmy Graham, sondern auch den Mann, den sie Beast Mode nennen – Marshawn Lynch wird nach seiner OP für Woche 17, eventuell schon Woche 16, zurück im Lineup der Seahawks erwartet. Den wird man u.a. deshalb brauchen, da sich zwischenzeitlich auch sein mehr als passabler Ersatzmann Thomas Rawls verletzt hat. Das alles tat den jüngsten Erfolgen aber keinen Abbruch. Quarterback Russell Wilson, gerne als "Game Manager" abgetan, hat in den letzten vier Spielen zu 1171 Yards und dabei 16 (!) Touchdowns und keiner einzigen Interception geworfen. Der Mann ist da, wenn man ihn braucht und das kann man auch über die Defense behaupten, jenes Teilstück, mit dem Seattle den modernen Football in den vergangenen Jahren mitdefiniert hat. Bei dieser Serie von vier Siegen ließ man exakt zwei Touchdowns pro Spiel zu. Einziger Ausreißer war Ben Roethlisberger, der sagenhafte 456 Yards gegen Seattle warf, mit zwei Picks am Ende aber auch das Spiel verlor. Die Seahawks sind auch ohne bekannte Runningbacks (Christine Michael wurde von Dallas zurück geholt) momentan eines der unangenehmst zu spielenden Teams in der NFC. Das ist eine schlechte Nachricht für die kommenden Gegner Cleveland und St. Louis, zwei Namen, die nach einem 10-5 schreien. Vielleicht geht es ja im letzten Spiel noch um den Divisionstitel, wobei Arizona (11-2) nur mehr einen Sieg aus den kommenden zwei Spielen in Philadelphia und gegen Green Bay braucht. Auch das hört sich nach einer lösbaren Aufgabe an.

Wie in der AFC sind die Chancen der noch lebenden Restteams in der NFC auf eine Wild Card minimal. Atlanta (6-7) noch am ehesten mit einem Winout. St. Louis und Tampa (6-8) und noch viel weniger New Orleans und Chicago (5-8) werden Mitte Jänner noch Football spielen.

Daraus ergibt sich meine Vermutung, dass das aktuelle Playoff-Bild der NFC auch jenes am 4. Jänner 2016 sein wird.

NFC Playoff Prognose:

1. Carolina
2. Arizona
3. Green Bay
4. Washington
5. Seattle
6. Minnesota

Football im TV

Für die Saison 2015 hat sich Pro7/sat1 ein umfangreiches Rechtepaket von 50 Live-Spielen gesichert. Pro7maxx überträgt jede Woche ein Frühspiel (19:00 Uhr) und im Anschluss ein Abendspiel (22:05 od. 22:25 Uhr). Davon profitiert auch Puls 4, welches 30 Spiele live überträgt. Jeden Sonntag ein 22:25 Uhr Spiel, zwei Nachmittagspartien (15:30 Uhr) aus dem Wembley Stadion, so wie alle Playoffs, sprich vier Wild Card, vier Divisional Playoffs, die beiden Conference Finals und die Super Bowl 50. Alle 30 Partien darf ich zusammen mit Michael Eschlböck kommentieren. Sport1US hat die Rechte für die Nachtspiele am Donnerstag (2:25 Uhr), so wie Sonntag und Montag (jeweils 2:30 Uhr) geholt. Alle Spiele live, den Redzone Channel und condensed games gibt es im NFL Gamepass zu sehen. Das Sportportal Spox hat Online-Rechte für die Nachtspiele am Donnerstag, Sonntag und Montag erworben.

Das NFL TV-Programm der Woche 15:

Indianapolis Colts vs. Houston Texans** Sonntag 19:00 Uhr – Pro7maxx

Pittsburgh Steelers vs. Denver Broncos*** Sonntag 22:25 Uhr – Puls 4/Pro7maxx

Philadelphia Eagles vs. Arizona Cardinals** Nacht Sonntag auf Montag 02:30 Uhr Sport1US/spox.com

New Orleans Saints vs. Detroit Lions* Nacht Montag auf Dienstag 02:30 Uhr – Sport1US/spox.com

***muss
**kann
*muss nicht

Schöne Spiele und vielleicht bis Sonntag.
Ihr Walter Reiterer

  • Cincinnati verlor Quarterback Andy Dalton (r.) und wird mit Rookie AJ McCarron die nächsten Spiele bestreiten. Auch J.J. Watt (l.) und die Houston Texans haben erneut die Chance eine Post Season zu erleben.
    foto: allen kee/espn images

    Cincinnati verlor Quarterback Andy Dalton (r.) und wird mit Rookie AJ McCarron die nächsten Spiele bestreiten. Auch J.J. Watt (l.) und die Houston Texans haben erneut die Chance eine Post Season zu erleben.

Share if you care.