Von Mann und Frau

19. Dezember 2015, 07:30
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Das Verhältnis zwischen Mann und Frau war auch schon überschaubarer. Prominentes Beispiel: Maria Rauch-Kallat und Alfons Mensdorff-Pouilly

Das Verhältnis zwischen Mann und Frau war auch schon überschaubarer. Ein prominentes Beispiel. Während Maria Rauch-Kallat seit neun Monaten von ihrem Mann getrennt sein will, dementiert dieser gegenüber "Heute": "Zwischen uns ist alles in bester Ordnung." Mehr als das, sagt doch Graf Ali zum Ehe-Aus: "Wer sagt, dass wir getrennt leben?" In so einem Schloss fällt es vielleicht gar nicht auf, ob die Alte noch durch die Räume geistert oder nicht. Aber von Trennung sprach immerhin eine, die es wissen sollte. In einem Interview ließ Ex-VP-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (66) am Sonntag aufhorchen: "Wir sind getrennt", vertraute sie der "Krone" an.

Womöglich hat Graf Ali einfach nicht aufgehorcht, aber dieses Glück: "Heute" wollte es genauer wissen und fragte bei Alfons Mensdorff-Pouilly nach. Der bestreitet das Liebes-Aus beharrlich: "Bei uns ist alles in Ordnung. Ich habe meine Frau sehr gerne. Wer sagt, dass wir getrennt leben?" Das war "Heute" nicht genau genug. "Meine Alte" nannte Alfons Mensdorff-Pouilly (62) seine Gattin auch in aller Öffentlichkeit. Nun geht seine "Alte" offenbar neue Wege und das nach über 20 gemeinsamen Jahren.

Die Frage des Grafen Ali, wer sagt, dass wir getrennt leben, lässt auf retardierte Wahrnehmung schließen, sprach die Alte mit "Heute" doch ganz offen über den Auszug aus dem gemeinsamen Jagdschloss in Luising: "Ich habe mich vor neun Monaten aus dem Burgenland zurückgezogen." Neun Monate ist die Frau weg – und dann muss er es aus der Zeitung erfahren! Da ist es ein christlicher Trost: Alles sei aber friedlich abgelaufen, beschwichtigt Rauch-Kallat. Sie sei ihrem "Grafen" gegenüber auch nicht verschnupft, sondern derzeit nur etwas verkühlt: "Es gibt keinen Rosenkrieg, wir lassen uns auch nicht scheiden."

Einen noch krasseren Fall des Auseinanderlebens von Mann und Frau beschrieb "News" in seiner letzten Nummer. Sittenverfall in der strengen Kammer: Über Jahrzehnte hinweg schlug sich Contessa Juliette als Domina durch. Jetzt hängt sie genervt die Peitsche an den Nagel. Die Sklaven von heute haben keine Manieren mehr, sagt sie.

Und liest man von ihren Erfahrungen, dann kann man ihr nur Recht geben: Dem Bürgertum wird es immer schwerer gemacht, sich zu entfalten. Contessa Juliette entsteigt dem Taxi im zartlila Cocktailkleid, so, als wäre sie auf dem Weg zu einer Oberdöblinger Soiree. Auch ihre Stimme klingt alles andere als verrucht oder rauchig. Es ist die Stimme einer gutbürgerlichen Dame Ende fünfzig, aufgewachsen mit alten Werten und strengen Prinzipien, welche nun in leicht enerviertem Plauderton den Tugendverfall unserer Zeit beklagt.

"Nicht einmal die Sklaven von heute sind noch das, was sie einmal waren." Immer öfter sei es vorgekommen, dass sie von ihrer knieenden Kundschaft sogar geduzt worden sei, das tue weh. Der Verfall war nicht mehr zu übersehen. "Gegen Ende meiner Laufbahn sind immer mehr Männer gekommen, die mehr oder weniger ungeniert nach Sex verlangten und zur Umrahmung halt ein bisserl Sadomaso und Bondage wollten", stöhnt Wiens emeritierte Einpeitscherin ob solcher Grausamkeit.

Die Kavaliere der alten Schule, die die Contessa noch chic zum Essen ausführten, sie mit üppigen Blumensträußen und süßem Konfekt gnädig stimmten, die ihr erst gegen Bezahlung die glänzenden High Heels ableckten und dann auch noch unentgeltlich die Alltagsschuhe putzten – wo sind sie geblieben? An die Stelle hoher Ideale ist blanker Materialismus getreten. "Die meisten Kunden betrachten Sadomasochismus nur noch als Dienstleistung, nicht mehr als subtiles Rollenspiel, und glauben, sie könnten groß anschaffen, nur weil sie dafür bezahlen."

Leistung wird einfach nicht mehr honoriert. Enge Handschellen oder starke Fesseln anzulegen, situationselastisch heftige oder gefühlvolle Peitschenhiebe zu applizieren oder filigrane Klammern an allen möglichen und unmöglichen Stellen zu setzen, das erfordere in der Tat jede Menge Hingabe und vor allem Einfühlungsvermögen. Mit Geld allein ist das nicht aufzuwiegen.

Auf ihre Art fühlt das dunkel auch die FPÖ. Ihr Linzer Stadtrat Markus Hein ließ daher kürzlich die Homo-Ampelpärchen wie auch die normalen Ampelpärchen entfernen, meldet "Zur Zeit" stolz. Aber nur, um die Sicherheit im Verkehr zu erhöhen. Für die Linken waren sie "als Zeichen für Offenheit und Toleranz gedacht", und nichts gefährdet die Verkehrssicherheit mehr als das. (Günter Traxler,

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