Statistik Austria braucht bessere Grundbuchdaten

20. Dezember 2015, 11:25
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"Amtlicher" Preisspiegel ab 2017 auf Bezirksebene – Zukunft des WKÖ-Preisspiegels ist unsicher

Seit heuer veröffentlicht die Statistik Austria vierteljährlich einen "Häuser- und Wohnungspreisindex", kommende Woche jenen für das dritte Quartal. 2017 wird er dann zum "amtlichen" Immobilienpreisspiegel, der auch zur Berechnung der Grunderwerbsteuer bei unentgeltlichen Übertragungen herangenommen werden kann (bzw. muss – wenn man sich für diese Variante entscheidet).

Daten-Umweg über Externe

Den Index gibt es derzeit nur grob auf Bundesländerebene, ab 2017 soll er auch die Preise nach Bezirken darstellen. Dafür laufen die Vorarbeiten. "Weil die Preisentwicklung in manchen Regionen von sehr wenigen Transaktionen abhängig ist, wollen wir zunächst eine verlässliche Zeitreihe aufbauen", sagt Generaldirektor Konrad Pesendorfer. Das wird auch nötig sein, denn es gibt darüber hinausgehend "den politischen Wunsch nach sehr tiefer regionaler Gliederung" – also bis hin zur Gemeindeebene.

Die Kaufpreisdaten für den Index stammen aus Verwaltungsdaten, die man derzeit extern aufbereiten lässt, was Pesendorfer aber nur als Zwischenlösung betrachtet. "Mittelfristiges Ziel muss sein, dass der Umweg über Externe nicht mehr notwendig ist" – dass also die Daten der Urkundensammlung des Grundbuchs elektronisch gut lesbar vorhanden sind. Noch liegen sie nur als PDF-Dateien vor. Ansprechpartner in dieser Causa wäre das Justizministerium.

WKÖ: Fortbestand des Preisspiegels unsicher

Im kommenden Jahr wird, wie berichtet, nur der Preisspiegel der WKÖ für die Grunderwerbsteuer herangezogen werden dürfen. Ob es diesen Preisspiegel aber nach dem "Vollausbau" des Statistik-Preisspiegels weiterhin geben wird, ist unsicher. Laut Ursula Pernica, Geschäftsführerin des WKÖ-Fachverbands der Immobilientreuhänder, wird der hauseigene Preisspiegel sicher noch bis 2017 in der bisherigen Form publiziert. "Wenn sich dann aber herausstellt, dass unsere Werte sehr ähnlich jenen sind, die die Statistik veröffentlicht, werden wir uns vielleicht auf die gewerblichen Immobilien sowie auf Mietwohnungen fokussieren." Mietpreise wird der Preisspiegel der Statistik keine beinhalten, dazu gibt es nämlich eine eigene Erhebung, zuletzt vom Juni. (mapu, 19.12.2015)

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