Nissan Pulsar: Brot und Butter statt Cross und over

23. Dezember 2015, 00:00
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Ein Golf-Klassler, noch dazu verwandt mit dem Renault Mégane, und etwas unaufgeregt

Man muss schon genau schauen, um zu merken, dass dieser Pulsar gar kein normaler Pulsar ist. Die Felgen, der Auspuff und die Umrahmung der LED-Scheinwerfer geben sanfte Hinweise darauf, dass wir vor dem Spitzen-Pulsar stehen. Ein Tekna, also Topausstattung, mit 190 Turbo-Benziner-PS. Im Grunde hätte er sich sogar den Adelstitel Nismo verdient. Aber die Sportauszeichnung, die der GTI-Medaille oder gar dem AMG-Stempel entspricht, wirkte schon beim Juke Nismo, der den gleichen Motor hat, ein wenig übertrieben.

foto: andreas stockinger
Ein Auto ohne viel Schnörkel und Firlefanz – kann aber eigentlich alles, was man in dieser Klasse können sollte.

Immerhin hat der Golf als GTI gleich 30 PS mehr, der Focus ST gar 60, und da reden wir noch nicht von den R- und RS-Modellen mit über 300 PS. Selbst der Konzernbruder Renault legt in der Sportversion des Mégane – die heißt dann übrigens schon R.S. – satte 275 PS auf.

Und noch etwas fällt auf. Der Pulsar wirkt im Vergleich zur Konkurrenz etwas schmucklos.

foto: andreas stockinger
Nissan dachte einst einen Pulsar Nismo an, und man munkelte, er solle diesen Motor haben. Ausgesehen hat der Konzept-Nismo natürlich nicht so brav.

Man kann sich aber schnell zusammenreimen, warum dem so sein könnte: Nissan setzt seit Jahren erfolgreich auf das Crossover-Konzept. Qashqai und Juke sind wahre Erfolgsmodelle, die viele neue und vor allem junge Kunden zu Nissan führten. Aber was wurde aus dem Ex-Sunny-Fahrer?

Datsun Sunny

Damit Nissan auch den Kunden ein Fahrzeug bieten kann, die nichts vom Crossover-Trend halten und immer noch an einen Datsun Sunny denken, wenn man Auto sagt, baut Nissan eben ein Auto in der Kompaktklasse, das alles kann, was man braucht, aber nicht elend herumprotzt.

foto: andreas stockinger
Der Innenraum wirkt etwas schmucklos, ist aber geräumig.

Diese Kunden brauchen auch keinen Firlefanz-Innenraum. Und das hat einen Vorteil. Weil Nissan beim Schnickschnack spart, bleibt mehr Platz für anderes. Passagiere etwa, die auch in der zweiten Reihe noch bequem sitzen können, wenn sie ausgewachsen sind. Oder Gepäck. (Guido Gluschitsch, 23.12.2015)

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Nissan

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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