Afrikanische Union schickt Truppen nach Burundi

18. Dezember 2015, 12:40
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Burundesische Regierung muss Entscheidung aber noch zustimmen

Addis Abeba – Die Afrikanische Union (AU) hat einer Entsendung von Truppen nach Burundi zur Beendigung der dortigen Gewalt zugestimmt. Der Friedens- und Sicherheitsrat der AU traf die Entscheidung am Donnerstag, wie der AU-Diplomat Bonaventure Cakpo Guebegde der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mitteilte.

Allerdings müsse die burundesische Regierung der Entscheidung noch zustimmen. Ersatzweise sei die Zustimmung von mindestens zwei Dritteln der Staatschefs aus AU-Ländern erforderlich.

Die Größe der ostafrikanischen Eingreiftruppe in Burundi steht den Angaben zufolge noch nicht fest. Eine Zustimmung Bujumburas zur Entsendung von Truppen erscheint wenig wahrscheinlich. Die burundesische Regierung wehrt sich beständig gegen die Einmischung des Auslands in ihre inneren Angelegenheiten.

Gewalt gegen Opposition

Die Ankündigung des burundesischen Präsidenten Pierre Nkurunziza, für ein drittes Mandat anzutreten, hatte das ostafrikanische Land im Frühjahr in eine tiefe Krise gestürzt. Die Regierung ging mit Gewalt gegen Proteste der Opposition vor. Zahlreiche Journalisten, Politiker und andere Kritiker wurden inhaftiert, angegriffen oder ermordet. Dem erbitterten Widerstand der Opposition zum Trotz wurde Nkurunziza im Juli in einer umstrittenen Wahl im Amt bestätigt. In der Krise wurden bereits mehr als 300 Menschen getötet, dutzende allein in den vergangenen Tagen.

Beobachter befürchten einen Rückfall des Landes in einen ethnisch motivierten Bürgerkrieg. Burundi war von 1993 bis 2006 von Kämpfen zwischen den Hutu-Rebellen und der Armee zerrissen worden, die von der Minderheit der Tutsi dominiert wird. Damals waren 300.000 Menschen getötet worden.

Am Donnerstag hatte der Friedens- und Sicherheitsrat der AU erklärt, mit allen Mitteln einen Völkermord in Burundi verhindern zu wollen. Ähnlich alarmiert zeigte sich UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der vor einem "Bürgerkrieg" in Burundi warnte. (APA, 18.12.2015)

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