Der Erntefaktor im Treibhaus

Kolumne22. Dezember 2015, 12:33
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Wind- und Fotovoltaik-Anlagen wiesen einst einen schrecklich schlechten Erntefaktor auf. Und heute?

Man würde vielleicht denken, dieser geradezu malerische Begriff Erntefaktor käme aus der Landwirtschaft. Dabei hatte bloß ein Übersetzer eine Sternstunde. Im Original auf Englisch heißt er nämlich ERoEI, manchmal auch kurz Eroi. Das ist die Abkürzung für Energy Returned on Energy Invested.

Es geht also um das Verhältnis von erzeugter elektrischer Arbeit zur benötigten Energie für die Errichtung einer Anlage. Wichtig, wenn es darum geht, alternative Energiesysteme auf ihre Umweltfreundlichkeit zu überprüfen – und oft auch ein Killerargument dagegen. Auch wenn ein guter Erntefaktor noch nichts über die Umweltfreundlichkeit aussagt, ein schlechter Erntefaktor ist auf jeden Fall ein Problem, vor allem ein wirtschaftliches.

Im Wandel der Zeit

So wiesen Wind- und Fotovoltaik anfangs einen schrecklich schlechten Erntefaktor auf. In den 1970er-Jahren war es gleichzeitig noch viel einfacher als heute, Öl- und Gasvorkommen zu erschließen. Mittlerweile dreht sich die Rechnung langsam zugunsten umweltfreundlicher Energieformen.

Den schlechtesten Erntefaktor weist zwar noch immer die Fotovoltaik auf. Aber auch Fotovoltaikanlagen sind imstande, ein Mehrfaches an Energie hervorzubringen, als für deren Errichtung benötigt wurde. Es dauert halt nur etwas länger. Entscheidend für die Umweltwirkung ist letztlich, wie viel fossile Brennstoffe bei der laufenden Produktion von Strom (oder bei der Aufbereitung von Uranerz) verwendet werden. Und hier sind Windkraft, Wasserkraft und Solarenergie mit praktisch null unschlagbar. (Rudolf Skarics, 22.12.2015)

  • Den schlechtesten Erntefaktor weist zwar noch immer die Fotovoltaik auf. Aber...
    foto: apa

    Den schlechtesten Erntefaktor weist zwar noch immer die Fotovoltaik auf. Aber...

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