NOAA: 2015 wärmstes Jahr seit Beginn der Messungen

18. Dezember 2015, 12:00
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In Österreich war der Juli der wärmste jemals gemessene Monat

New York – Das Jahr 2015 ist nach Angaben der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) aller Voraussicht nach das bisher wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 gewesen. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen sei in den ersten elf Monaten um 0,87 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts gelegen, teilte die Behörde mit. Besonders warm war es nach Angaben der NOAA in Teilen Europas, Australiens und Nordamerikas.

Die Bilanz weltweit und in Österreich

Neun Monate des Jahres – Februar, März, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober und November – knackten ihre jeweiligen Temperaturrekorde. Damit könne davon ausgegangen werden, dass das Jahr 2015 das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen werde, so die NOAA. Um das noch zu verhindern, müsste der äußerst unwahrscheinliche Fall eintreten, dass der Dezember mindestens 0,81 Grad Celsius unter dem Durchschnittswert des Monats liegt. Das wären 0,24 Grad kühler als der bisher kälteste Dezember 1916.

In Österreich war der Juli der wärmste jemals gemessene Monat, berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Der August rangiert auf Platz vier, der November auf Platz sieben und der Juni auf dem zehnten Rang, sagte ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. "Was bei Messungen seit 1767 beachtlich ist." Es zeichnet sich ab, dass 2015 in Österreich unter die Top drei der wärmsten Jahre fallen wird. Nur der September und Oktober waren "leicht zu kühl".

Pazifik gibt gespeicherte Wärme zurück

Zuvor hatte bereits die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf berichtet, dass 2015 nach 2014 wohl erneut den Hitzerekord knacken werde. Die Durchschnittstemperatur werde erstmals ein Grad höher als im vorindustriellen Zeitalter Ende des 19. Jahrhunderts liegen. Hauptursache ist der vom Menschen verursachte Klimawandel, verstärkt werde die Wirkung derzeit durch das gefährliche Klimaphänomen El Nino.

Dabei gebe der Pazifik stets mehr Wärme ab als er aufnehme, erklärte Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. In den vergangenen Jahren, als sich die Lufttemperatur nur wenig änderte, habe der pazifische Ozean viel Wärme aufgenommen und in unter 700 Metern Tiefe gespeichert. "Die holt er gerade wieder hervor." (APA, red, 18. 12. 2015)

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