25 Tote bei Einsatz gegen die PKK in Südosttürkei

17. Dezember 2015, 16:45
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Schwere Gefechte im Kurdengebiet – Zivilisten leiden

Diyarbakir – Bei einem Einsatz gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Südosttürkei sind 25 Menschen getötet worden, darunter zwei Zivilisten. Sicherheitskräfte hätten 24 PKK-Kämpfer in der Provinz Sirnak getötet, teilten die türkischen Streitkräfte am Donnerstag mit.

Die kurdische Nachrichtenagentur Firat meldete, in Nusaybin in der Provinz Mardin sei ein Jugendlicher erschossen worden. Nach Angaben des Senders CNN Türk wurde in der Stadt Cizre eine Frau während Gefechten zwischen PKK und Sicherheitskräften getötet. Mindestens ein Gebäude in der Stadt brannte, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Der Großeinsatz gegen die PKK hatte am Dienstag begonnen. In mehreren Regionen sind seit Tagen Ausgangssperren in Kraft, darunter in Cizre nahe der irakischen Grenze, dem weiter östlich gelegenen Silopi und im Viertel Sur in der Kurdenmetropole Diyarbakir. Schulen blieben geschlossen.

In der Nacht zum Donnerstag wurde in Sur Tränengas eingesetzt und Schüsse waren zu hören. Anwohner kritisierten das Vorgehen der Sicherheitskräfte scharf.

Innenminister Efkan Ala verteidigte die Ausgangssperren. Sie dienten dem Schutz der Bevölkerung, sagte er am Donnerstag in Ankara. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte am Vortag angekündigt, der Einsatz im Südosten werde weitergehen, bis alle "Terror-Herde" gesäubert seien.

Der Konflikt zwischen türkischer Regierung und PKK eskaliert, seit im Juli ein Waffenstillstand scheiterte. In den vergangenen Wochen spitzte sich die Situation erneut zu. Aus dem Viertel Sur in Diyarbakir sind nach Angaben des Menschenrechtsvereins IHD mehr als 10.000 Menschen vor den Kämpfen geflohen. Auch in der Provinz Sirnak seien Menschen auf der Flucht, wie türkische Medien berichteten. (APA, 17.12.2015)

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