Vorteile bei Raiffeisen-Fusion

17. Dezember 2015, 16:45
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RBI- und RZB-Vorstände lassen künftige Struktur offen

Wien – Die Raiffeisen-Spitze hat sich zwar weiterhin nicht auf eine bevorstehende Strukturstraffung festlegen lassen. RZB-Chef Walter Rothensteiner und RBI-General Karl Sevelda haben aber erstmals eingeräumt, dass eine Fusion von RBI und RZB für die Gruppe mathematische Vorteile bringen würde. 2016 werde es zum künftigen Aufbau "die eine odere andere Entscheidung geben".

Trotzdem blieben die Raiffeisen-Bankenchefs ausweichend. "Ich bin in keiner Weise auf eine Fusion festnagelbar", so Rothensteiner. Er wolle das nicht öffentlich diskutieren. Zu möglichen Gründen, die trotz Kapitalvorteilen gegen eine solche Fusion sprechen würden, meinte er: "Wir haben Gremien, die man überzeugen muss. Wenn man die nicht überzeugt, wird das nicht stattfinden."

Optimistisch ins kommende Jahr

Davon abgesehen blickt die RBI optimistisch auf das kommende Geschäftsjahr. Bei der angekündigten Schrumpfkur sei man im laufenden Jahr ein gutes Stück weitergekommen, 2016 würden dem Institut aber noch einige große Projekte bevorstehen, sagte Sevelda. "Eines der wichtigsten und wahrscheinlich auch das schwierigste ist der geplante Verkauf der Raiffeisen Polbank." Derzeit warte man noch auf das grüne Licht des Regulators, um den Verkaufsprozess neu zu starten.

Im Zusammenhang mit engeren Landesbanken-Kooperationen bei Raiffeisen in Österreich meinte Rothensteiner, dass bestimmte Funktionen und Dienste schon zusammengefasst worden seien, etwa die Bausparkassen. Da gebe es weitere Möglichkeiten sonder Zahl. Eine Fusion der Raiffeisen-Landesbanken sehe er nicht notwendigerweise. Eine engere Zusammenarbeit schon bald.

Filialen sperrt auch Raiffeisen in Österreich zu. Insgesamt gibt es derzeit rund 2000 Niederlassungen. Anders als bei der Bank Austria, die ihr Filialnetz in Österreich radikal kürzt, hielte sich die "große Einsparung" bei kleinen Raikas mit Zwei- bis Drei-Mann-Filialen am Land eher in Grenzen, heißt es. Noch dazu, wo die Investitionen nach Umbauten dort schon lang abgeschrieben seien. Wenn Raiffeisen hundert Filialen am Land zusperre, sei der Kosteneffekt in etwa gleich hoch, wie wenn die Bank Austria zehn Niederlassungen auflasse, rechnete Rothensteiner vor.

Es gebe auch innovative Ideen: So habe eine Raiffeisenbank fünf Minifilialen geschlossen und stattdessen einen Bus mit Bankomat angeschafft. (APA, Reuters, 17.12.2015)

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