Das Astronomiejahr 2016 bringt eine Mikro-Sonnenfinsternis

3. Jänner 2016, 13:28
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De facto unsichtbar wird der Merkur an der Sonne vorüberziehen

Wien – Astronomisch gesehen wird 2016 – im Vergleich zu den prachtvollen Sonnen- und Mondfinsternissen im zu Ende gehenden Jahr – eher weniger spektakulär. Zumindest für Hobby-Astronomen, die sich auf Himmelsbeobachtung ohne größere technische Hilfsmittel beschränken müssen.

Höhepunkt wird am 9. Mai ein Merkurtransit, der von Österreich aus fast vollständig zu sehen ist. Um das winzige Scheibchen des Merkur vor der Sonne vorbeiziehen zu sehen, braucht man aber nicht nur Sonnenschutz, sondern auch ein Fernrohr.

Der Merkurtransit

Im Vergleich zum beeindruckenden Venus-Durchgang im Juni 2012 wird der Merkurtransit unscheinbar. Damals zog zum letzten Mal für 105 Jahre die Venus genau zwischen Sonne und Erde vorbei und zeichnete sich dabei deutlich als kleine, schwarze Scheibe auf der Sonne ab. Im Gegensatz zur Venus wird Merkur, der kleinste Planet des Sonnensystems, nicht mit freiem Auge zu sehen sein.

Das Planetenscheibchen ist nach Angaben der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) kleiner als ein durchschnittlicher Sonnenfleck und wird nur 0,004 Prozent der Sonnenfläche abdecken – sozusagen eine Mikro-Sonnenfinsternis. Mit kleineren Fernrohren und den für den Blick in die Sonne obligatorischen Schutzfiltern bzw. -folien wird man hierzulande rund sieben Stunden den Merkur vor der Sonne vorbeiziehen sehen.

Größere (und fernere) Eklipsen

Das kommende Jahr bietet zudem zwei Sonnen- und zwei Mondfinsternisse, die von Österreich aus allerdings entweder nicht sichtbar oder unscheinbar sind. Den Auftakt macht nach Angaben von Hermann Mucke vom Astronomischen Büro Wien am 9. März eine totale Sonnenfinsternis, die aber nur vom östlichen Indischen Ozean bis zum Pazifik zu sehen ist.

Die Halbschatten-Mondfinsternis am 23. März ist in Österreich ebenso unsichtbar wie die ringförmige Sonnenfinsternis am 1. September. Letztere ist nur in Südafrika und Madagaskar zu sehen. Dagegen kann man am 16. September eine Halbschatten-Mondfinsternis auch in Österreich beobachten, sie wird aber recht unscheinbar sein.

Kometen und Meteore

Interessant werden könnten die drei Kometen "Catalina", "Ikeya-Murakami" und "PanSTARRS". Voraussagen über die Helligkeitsentwicklung seien aber immer mit Vorsicht zu genießen, betont man seitens der WAA.

Die Meteorströme bieten 2016 nicht viel, zu sehr wird meist der helle Mond die Beobachtung zahlreicher Sternschnuppen stören. Von der Mondphase her fallen laut WAA nur die Quadrantiden gut, ihr Maximum erreichen sie am 4. Jänner. Die temperaturmäßig deutlich beliebteren Perseiden haben ihr Maximum am 12. August, allerdings nahe dem störenden Vollmond.

Bleibt die Hoffnung auf astronomische Entdeckungen in weiterer Ferne von der Erde! (APA, red, 3. 2. 2016)

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