Toyota Avensis: Mit dem Herzen aus Oberösterreich

28. Dezember 2015, 12:25
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Toyota darf sich für den Avensis-Diesel im BMW-Regal bedienen. Dafür gaben sie ihnen die Hybrid-Technik

Wien – Toyota rangiert nicht umsonst im Spitzenfeld der erfolgreichsten Autobauer. Mit dem Avensis wollen sie in Europa gerade dort Geld verdienen, wo die Deutschen und Franzosen eh schon nichts anbrennen lassen. Darum wurde das Mittelklasse-Flaggschiff der Japaner in Europa designt und gebaut.

foto: andreas stockinger
Der Avensis ist das Mittelklasse-Flaggschiff von Toyota.

Gerade bei der Dieselmotorisierung hat der Avensis beim letzten Facelift einen gewaltigen Sprung gemacht. Die Motoren sind leiser, kräftiger und sparsamer. Das Geheimnis hinter dem neuen Selbstzünder-Erlebnis stammt – was für eine Überraschung – aus Europa. Aus Österreich. Aus Steyr, um genau zu sein. Denn Toyota darf bei den Dieselmotoren bei BMW ins Regal greifen. Und das tut dem Avensis richtig gut.

Wir wählten für den Test den 143 PS starken Zwei-Liter-Diesel, der sich mit deutlich weniger als sechs Litern begnügte. Gut, der Avensis verführt jetzt auch mit dem großen Diesel nicht zum erbarmungslosen Auswinden. Er sprintet gerade noch in unter zehn Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Aber ein Sportwagen will er ohnedies nicht sein. Ein Tausendsassa wohl eher.

foto: andreas stockinger
Toyota spielt beim Kombiheck mit der sportlichen Coupé-Form.

Das erkennt man auch schon am Design. Toyota geht einen ganz eigenen Weg. Einen mutigen. Während VW beim Passat auf klare Linien setzt, ist Toyota verwegener. Front und Heck polarisieren, und die Japaner spielen mit Coupé-Formen, die den Kombi im hinteren Bereich zuspitzen. Damit geht ein wenig Laderaum verloren – aber bei mehr als 1600 Litern spielt das keine Rolle.

Viel Platz im Fond

Wichtiger ist, dass man auch in der zweiten Reihe angenehm viel Platz zum Sitzen hat. Die Sitze übrigens, die könnten mehr Komfort vertragen. Überhaupt ist der Innenraum auf der praktischen Seite. Wurzelholzwürmer werden sich nach einem anderen Wagen umschauen, der eher auf Chic und Schmuck setzt als auf einen tadellos aufgeräumten Innenraum.

Nicht glücklich werden auch jene, die den Zwei-Liter-Diesel mit einem Automatikgetriebe kombinieren wollen. Denn Toyota hat im Tausch für die Plug-in-Technologie zwar von BMW die Dieselmotoren bekommen, aber nicht in Kombination mit der Automatik – die gibt es nur für den 1,8-Liter-Benziner.

foto: andreas stockinger
In die Röhren schauen

So gesehen hat es der Avensis gegen Passat und Mondeo nicht leicht. Aber vielleicht ist der Schachzug mit dem BMW-Motor ausreichend gut. Und einige Fuhrparkmanager stehen sowieso auf die Kombination von Zuverlässigkeit und Hightech aus Japan mit dem Antrieb aus Österreich. Der Notbrems-Assistent ist jetzt serienmäßig im Avensis, ebenso die Verkehrsschilderkennung und das LED-Tagfahrlicht samt dem Fernlicht-Assistenten. Und das eigenständige Design bekommt man ja auch ohne Aufpreis dazu. (Guido Gluschitsch, 28.12.2015)

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Toyota

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Mit dem Avensis tritt Toyota gegen Modelle wie den Passat oder den Mazda6 an.
    foto: andreas stockinger

    Mit dem Avensis tritt Toyota gegen Modelle wie den Passat oder den Mazda6 an.

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    grafik: der standard
  • Wo Toyota draufsteht, ist jetzt auch BMW drin: der 2,0-Liter-Diesel aus Steyr nämlich.
    foto: andreas stockinger

    Wo Toyota draufsteht, ist jetzt auch BMW drin: der 2,0-Liter-Diesel aus Steyr nämlich.

  • Wurzelholz findet man im Avensis natürlich nicht.
    foto: andreas stockinger

    Wurzelholz findet man im Avensis natürlich nicht.

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