E-Klasse: Von innen nach außen ins Licht gerückt

21. Dezember 2015, 11:53
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Die neue Mercedes E-Klasse von innen: Auf den Bildschirm greifen ist noch immer tabu

Sindelfingen – Wenn für Mercedes ein neues Modell besonders wichtig ist, erkennt man dies unter anderem daran, dass viele Details bereits vorab in kleinen Häppchen präsentiert werden, so zum Beispiel der Innenraum der E-Klasse. Besonders stolz ist man etwa auf das neue Doppeldisplay mit jeweils 12,3 Zoll Bildschirmdiagonale (nebeneinander angeordnet), das, wie Mercedes gerne betont, "frei zu schweben scheint". In Wahrheit schwebt natürlich nix, aber eine enorme Cinemascope-Fläche breitet sich vor der Fahrerin aus und zieht sich nach rechts fast bis zum Beifahrer hinüber.

foto: daimler
Die E-Klasse setz auf ein Bediensystem, wie man es teilweise schon von der S-Klasse kennt (Doppeldisplay mit 12,3 Zoll Diagonale), hier aber noch weiterentwickelt wurde.

Herkömmliche Armaturen im Doppelröhren-Design mit Navi-Bildschirm über der Mittelkonsole gibt es natürlich weiterhin, wenn man nicht tief genug in die Tasche greift. Die beiden Bildschirme des neuen Widescreen-Cockpits sind hingegen mit einem gemeinsamen Glas abgedeckt, sodass man den Übergang zwischen beiden Monitoren gar nicht wirklich bemerkt. Direkt im Blickfeld des Fahrers werden klassische Instrumente fiktiv dargestellt, und zwar gleich je nach Laune wahlweise in drei Stilrichtungen: "Classic", "Sport" und "Progressive". Dem rechten Teil des Doppelbildschirms sind wiederum die Aufgaben des Zentraldisplays zugeordnet, von der Navigationskarte bis zu den Comand-Online-Funktionen.

foto: daimler
Die beiden Screens sind mit einem Glas abgedeckt.

Nach vorn beugen und auf den Bildschirm tappen ist für Mercedes noch immer tabu, weil zu viel Ablenkung. Stattdessen kann man, ohne auch nur eine Hand vom Gouvernal zu nehmen, mit den beiden Daumen durch die Menüs brausen, dass es nur so eine Freude ist. Die neuartigen Lenkradbedienelemente namens Touch Control Button (man traut sich echt nicht mehr Knöpfe dazu zu sagen, die Berührungstechnik stammt von Smartphones) werden noch durch altbekannte Bedienelemente ergänzt: Drehrad mit Touchpad an der Mittelkonsole, Sprachsteuerung – und auch die echten Knöpfe gibt's noch für die Klimaanlage, sie wurden sogar wieder mehr: für vereinfachtes Aus- und Einschalten der Fahrdynamiksysteme.

Lichtspiele innen sollen nicht nur die Kundschaft entzücken, sondern auch die Ertragslage des Unternehmens in schwindelnde Höhe bringen, weil die schönen Dinge natürlich alle extra kosten: So helfen zum Beispiel animierte Darstellungen der ECO-Anzeige beim Spritsparen oder sie zeigen die Wirkungsweise von Assistenzsystemen. So gibt es zusätzlich eine den Innenraum umspannende Lichtgirlande in LED-Technik, die in 64 Farbstufen vom ultrakühlen Blauton bis zum feurig warmen Rot verstellt werden kann.

foto: daimler
Komfortabel auch das Gestühl in der neuen E-Klasse. Ob hier die Massagesitze massiert werden, ist aber nicht überliefert.

Und als aufpreispflichtige Krönung der Lichtspielereien kann man das Heckleuchten-Design sehen. Durch einen sogenannten Stardust-Effekt glänzen die hinteren Leuchten wie die Milchstraße oder das Glimmen eines Jettriebwerks, wie man bei Daimler sagt – oder wie ein Swarovski-Glamour, wie wir sagen dürfen. (Rudolf Skarics, 21.12.2015)

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Mercedes-Benz

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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