Nach Verhaftung von IS-Jihadisten in Salzburg: Ermittlungen laufen

17. Dezember 2015, 20:30
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Noch kein Auslieferungsbegehren aus Frankreich

Salzburg – Die Herkunft der beiden mutmaßlichen IS-Jihadisten, die seit dem vergangenen Wochenende in Salzburg in U-Haft sind und möglicherweise mit den Attentätern von Paris in Verbindung standen, ist auch am Donnerstag nicht offiziell bestätigt worden. Jüngsten Medienberichte zufolge soll es sich um einen 28-jährigen Algerier und einen 34-jährigen Pakistani handeln.

Ermittler aus Frankreich sollen in die Erhebungen intensiv eingebunden sein, aber auch das wurde von der zuständigen Staatsanwaltschaft Salzburg bisher nicht bestätigt. Der Hinweis eines Geheimdienstes hat offenbar zur Festnahme der zwei Männer in der Vorwoche in einer Salzburger Transitunterkunft für Flüchtlinge geführt – der STANDARD berichtete. Bei diesem Quartier soll es sich um die ehemalige Autobahnmeisterei im Salzburger Stadtteil Liefering handeln, die nicht einmal zwei Kilometer vom Grenzübergang Freilassing (Deutschland) entfernt liegt.

Die Behörden aus Frankreich haben bisher noch kein Auslieferungsbegehren an die Justiz in Salzburg gestellt. Derzeit ist in Salzburg ein Inlandsverfahren anhängig. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf "Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung".

Die zwei Männer stehen im Verdacht, dass sie als Flüchtlinge getarnt mit gefälschten syrischen Pässen aus dem Nahen Osten über Griechenland und die Balkanroute nach Österreich gekommen sind. Offenbar waren sie mit Mitgliedern des späteren Terrorkommandos von Paris unterwegs und wurden auch von derselben Schlepperorganisation eingeschleust. Die beiden sollen bei der Einreise nach Österreich Anfang Oktober in der Steiermark registriert worden sein.

Ermittelt wird jetzt, ob die in Salzburg festgenommenen Verdächtigen in direktem Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris vom 13. November mit 130 Toten und rund 350 Verletzten stehen. Falls eine Verbindung besteht, dürfte der Auslieferung der beiden nach Frankreich nichts im Wege stehen. (APA, 17.12.2015)

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