VW-Chef Müller besetzt wichtige Posten neu

17. Dezember 2015, 13:58
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Mehrere Funktionen im Ressort des Vorstandschefs werden neu strukturiert

Wolfsburg – Im Zuge der Neuausrichtung nach dem Abgas-Skandal hat VW-Vorstandschef Matthias Müller wichtige Posten in dem Autokonzern neu besetzt. Mehrere Funktionen im Ressort des Vorstandschefs werden im ersten Quartal 2016 neu strukturiert, wie Volkswagen am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte.

So leitet der bisherige Geschäftsführer des Auto-Branchenverbands VDA, Ulrich Eichhorn (54), bei Volkswagen künftig den Konzernbereich Forschung und Entwicklung. Michael Mauer (53) soll künftig für den Konzernbereich Design verantwortlich sein, zusätzlich zu seiner gegenwärtigen Funktion bei Porsche.

EU-Parlament setzt Untersuchungsausschuss ein

Das EU-Parlament hat indes am Donnerstag beschlossen, einen Untersuchungsausschuss einzusetzen, um mutmaßliche Verstöße oder Missstände bei der Anwendung von europäischem Recht im Zusammenhang mit Emissionsmessungen in der Automobilindustrie zu prüfen. Der 45 Mitglieder umfassende Ausschuss soll innerhalb von sechs Monaten einen Zwischenbericht übermitteln.

Nach einem Jahr soll ein endgültiger Bericht vorliegen. Die Abgeordneten haben den Antrag für die Einsetzung des Untersuchungsausschusses mit 354 Stimmen angenommen, bei 229 Gegenstimmen und 35 Enthaltungen.

Der Ausschuss soll das mutmaßliche Versäumnis der Kommission untersuchen, die für die Emissionsmessung verwendeten Prüfzyklen zu beobachten und diese gegebenenfalls anzupassen. Außerdem geht es um die Überprüfung, ob Maßnahmen ergriffen wurden, um die Durchsetzung zu überwachen und das ausdrückliche Verbot von Abschalteinrichtungen durchzusetzen.

Versäumnis der Kommission

Weitere zu prüfende Punkte sind das mutmaßliche Versäumnis der Kommission, rechtzeitig Prüfungen einzuführen, die den tatsächlichen Fahrbetrieb widerspiegeln, Vorschriften über abschreckende Sanktionen gegen Hersteller festzulegen, die die EU-Regeln verletzen sowie festzustellen, ob der Kommission und den EU-Staaten vor der Mitteilung über einen Verstoß der Umweltschutzbehörde der USA vom 18. September 2015 Belege für die Verwendung von Abschalteinrichtungen vorlagen.

Auslöser für den Antrag ist, dass die zuständigen Behörden in den USA der Volkswagen AG im September 2015 eine Mitteilung über den Verstoß gegen geltende Luftreinhaltungsvorschriften zugestellt haben, weil der Autohersteller durch eine Software die NOx-Emissionen von Fahrzeugen im Testmodus rechtswidrig gesenkt haben soll. (APA, 17.12.2015)

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