Die besten Mobile-Games 2015: Großer Spaß im Kleinformat

Ansichtssache29. Dezember 2015, 11:00
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Unsere Auswahl zu den spannendsten Spielen für Smartphone und Tablet

In einem Jahr, in dem ein Mobile-Games-Studio um 5,9 Milliarden Dollar den Besitzer wechselt, sollte auch dem Letzten klargeworden sein, dass das Spielen auf Smartphones und Tablets kein müde zu belächelnder Nebenschauplatz der Branche ist, sondern im Gegenteil ein zentraler Zukunftsmarkt – mit allen Vor- und Nachteilen. Fakt ist und bleibt: Der überwältigende Großteil der täglich zu Hunderten auf den Markt drängenden Mobile-Spiele ist Schrott. Billigst produziert, ideenlos, auf Spielerabzocke und Werbeeinnahmen aus, droht diese Flut immer öfter die ebenso in großer Zahl veröffentlichten guten Spiele schlicht zu überrollen.

Sichtbarkeit ist das größte Problem für jeden Mobile-Games-Entwickler geworden, und langsam setzen sich auch hier die alten Regeln des Business durch: Mit der Unterstützung professioneller PR und wachsender Marketingbudgets lässt sich die Aufmerksamkeit der Spieler auch trotz dieser Überflutung auf das eigene Produkt richten. Dass auch viele große Hersteller, die sich zunehmend dem Markt zuwenden, auf das – man muss es sagen: leider – lukrativste Segment Free2Play setzen, ist in doppelter Hinsicht schmerzhaft: Einerseits weil die Spielmechaniken das Langweilen ihrer Spieler als zentrales Element zur Umsatzgenerierung fest miteinplanen, und andererseits weil dadurch allgemein die Bereitschaft, für Mobile-Spiele überhaupt zu zahlen, erodiert wird.

Trotz dieser Entwicklungen war 2015 auch für die sekündlich wachsende Mobile-Spielerschaft mehr als erfreulich. Weiterhin bleibt Apples iOS das Maß aller Dinge, Android zieht – auch wegen eines gewaltigen Piraterieproblems – mit leichter Verzögerung nach. Windows Mobile spielt, wie auch sonst, nur eine untergeordnete Rolle. Eine Auswahl der spannendsten Mobile-Spiele des Jahres im Schnelldurchlauf.

subterfuge

Subterfuge (iOS, Android, gratis)

Vorsicht, "Subterfuge" kann Ihr Leben übernehmen und Freundschaften gefährden: Das strategische Unterwasserränkespiel dauert eine Woche und wird quasi nebenher in Echtzeit gespielt. Die Kommunikation der bis zu maximal zehn Spieler auch abseits des Spielfelds ist dabei essenziell. Die Freischaltung um 9,99 Euro bietet lediglich Komfortfunktionen – einem kostenlosen Ausprobieren steht nichts im Wege.

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tinytouchtales

Card Crawl (iOS, Android, gratis)

Die originelle Mischung aus Solitär-artigem Kartenspiel, Deckbuilding und Dungeon-Erforschung ist nicht nur wegen ihres hübschen Art-Styles eine absolute Empfehlung des Jahres. Perfekt für zwischendurch geeignet, bieten vier Einzelspielermodi und Highscore-Jagd auch längerfristige Motivation. Die Freischaltung der Vollversion kostet 2,99 Euro.

2
noodlecakegames

Shooting Stars (iOS, Android, 2,99 Euro)

Das Spiel der Wiener Entwickler Bloodirony Games ist ein überdrehter Shooter mit Zufallselementen, aberwitzigen Waffen und Power-ups sowie einem Aufgebot an als Promis verkleideten Aliens, die es zu besiegen gilt. Neben einem knackigen Schwierigkeitsgrad ist es vor allem der Humor, der das klassische Gameplay abwechslungsreich werden lässt; in immer neuen Gags und Witzchen bekommt so gut wie jedes bekannte Internet-Meme auf die eine oder andere Art seinen Auftritt.

3
bethesda softworks

Fallout Shelter (iOS, Android, gratis)

Was als kleiner Zeitvertreib für die Wartezeit auf "Fallout 4" wahrgenommen wurde, hat inzwischen weltweit wohl Millionen Stunden Lebenszeit verschlungen: Bethesdas Free2Play-Bunkermanagementspiel im witzig-makabren Cartoon-Look ist einer jener Hochglanztitel, die den Spagat zwischen AAA und Mobile Games mit Bravour meistern. Auch ohne Geld auszugeben witzig, dank Bequemlichkeitseinkäufen im Spiel aber auch für Bethesda höchst lukrativ.

4
square enix montreal

Lara Croft GO (iOS, Android, Windows Mobile, 4,99 Euro)

Auch Square Enix wagt sich mit seinen millionenschweren Marken aufs Mobile-Parkett vor: "Lara Croft GO" ist allerdings nicht wie die bekannten "Tomb Raider"-Titel ein Action-Adventure, sondern ein rundenbasiertes Puzzlespiel mit Umgebungsrätseln und Gegnern, die mit Köpfchen und Taktik überwunden werden können. Wunderhübsch, innovativ und clever gemacht.

5
simogogames

SPL-T (iOS 2,99 Euro)

Wenn die schwedischen Mobile-Spiel-Helden Simogo ein "puzzle game" veröffentlichen, zahlt sich ein zweiter Blick durchaus aus. Zum einen ist "SPL-T" wirklich ein faszinierend simples Spiel mit origineller Mechanik geworden, zum anderen brodelt es unter der trügerisch simplen Oberfläche. Welche Geheimnisse sich noch hinter dem "really good puzzle game" verbergen, ist Gegenstand angestrengter Nachforschung – fürs Erste reicht aber auch das, was schon da ist. Minimalistisch, elegant, herausfordernd.

6
big fish games

Lifeline (iOS, Apple Watch, 0,99 Euro)

Wer immer schon mal Nachrichten von verzweifelten Astronauten aufs Handy oder auf die Smartwatch bekommen wollte, sollte sich "Lifeline" zulegen: Im in Echtzeit ablaufenden SF-Abenteuer helfen Spielerinnen und Spieler quasi nebenbei einem gestrandeten Weltraumhelden beim Überleben. "Der Marsianer" als interaktives Mobile-Abenteuer für Zwischendurch. Vorsicht: Am Stück lässt sich "Lifeline" nicht durchspielen, das Warten ist Programm. Wer vom Spielprinzip begeistert ist, sollte übrigens das originelle "One Button Travel" (iOS 2,99 Euro) ins Auge fassen.

7
prune

Prune (iSO, Android, Windows Mobile, 2,99 Euro)

Der Baumschnitt zählt jetzt nicht zu den offensichtlichsten Videospielinspirationen, doch das wunderschöne, meditative und zu Recht für Design ausgezeichnete "Prune" sollte 2015 jeder Mobile-Spieler gesehen haben. Durch das strategisch kluge Zurechtstutzen eines im Zeitraffer heranwachsenden Baumes lösen Spielerinnen und Spieler zunehmend herausfordernde Rätsel – Geschenktipp für (noch) nicht spielbegeisterte Verwandte jeden Alters.

8
maximilian csuk

Nubs’ Adventure (iOS, Android gratis; Windows, Mac, Linux 6,99 Euro)

Noch ein Lokalmatador: Das bezaubernde Metroidvania "Nubs’ Adventure" des Wiener Entwicklers Maximilian Csuk ist ein Werk der Liebe, und das spürt man auch. Beim Erforschen der Retro-Spielewelt überraschen immer wieder gute Ideen, liebevolle Details und grundsolide Spielmechanik. Die recht umfangreiche Mobile-Gratisversion lässt sich durch Einmalzahlung von 4,99 Euro zur Vollversion freischalten.

9
fireproofgames

The Room Three (iOS 4,99 Euro)

Wie die beiden Vorgänger ist auch der dritte Teil der "Room"-Reihe ein wahres Schatzkistchen an originellen Rätseln, geheimnisvollen Apparaten und wunderbar haptischen Knobeleien. Im Unterschied zum Original erweitert sich sogar im schon relativ offenen Vorgänger der Bewegungsradius noch einmal, und die düstere Geschichte bekommt noch mehr Raum neben den gewohnt gelungenen Objekträtseln. Die Kenntnis der Vorgänger ist nicht nötig – jeder einzelne Teil verdient sich übrigens auch einen Platz auf den Spielgeräten bisher Games-ferner Tanten, Onkel und (Groß-)Eltern.

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devolverdigital

Und sonst?

Nein, das war nicht einmal die Spitze des Eisbergs – es gäbe noch massig empfehlenswertes Spielefutter abseits von "Candy Crush" und Co: Das charmante "Downwell" (iOS, Android, Windows 2,99 Euro) etwa erfreut pixelnostalgische Akrobate, während "Progress to 100" (iOS, 2,99 Euro) jeden Originalitätsbewerb gewinnt. Puzzle-Fans mögen das sich im Gehirn festfressende "Hex FRVR" (Web, iOS, Android – völlig kostenlos) sowie das ebenso süchtigmachende "Twenty" (iOS, Android 1,99 Euro; Web kostenlos) ins Auge fassen. Und mit dem blutig-erwachsenen "Hitman Sniper" (iOS, Android 2,99 Euro) hat auch der legendäre Auftragsmörder Agent 47 wieder seinen Weg auf die kleinen Schirme gefunden.

Wer übrigens trotz all dieser Mobile-Perlen auch auf seinem Mobilgerät am liebsten "richtige" Spiele installiert, freut sich über die Migration hervorragender Indie-Spiele auf die tragbaren Geräte: Mit "Legend of Grimrock" (iOS 4,99 Euro) , "This War of Mine" (iOS, Android 14,99 Euro), "Transistor" (iOS 9,99 Euro) und "Don’t Starve" (iOS 4,99 Euro) lassen sich seit heuer auch wahre Indie-Perlen an der Bushaltestelle oder im warmen Bettchen genießen. (Rainer Sigl, 2015)

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