Fed-Zinserhöhung: Das Ende von "Money for Nothing"

Kommentar16. Dezember 2015, 20:07
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Die US-Notenbank tut gut daran, die Notmaßnahme zu beenden

Es war nur ein kleiner Schritt für die Fed, aber ein großer Schritt für die weltweiten Finanzmärkte. Die erste Zinserhöhung in den USA seit fast zehn Jahren war seit Wochen erwartet worden und ändert nur wenig an der lockeren amerikanischen Geldpolitik. Aber die Aussicht, dass dies nur die erste Anhebung von vielen sein könnte, sorgt vor allem in Schwellenländern, die sich während der Niedrigzinsphase hoch verschuldet haben, für Turbulenzen. Und es sind in erster Linie diese globalen Auswirkungen, die zahlreiche Ökonomen und Kommentatoren an der Klugheit der Fed-Entscheidung zweifeln lassen.

Nun mag es stimmen, dass die US-Konjunktur nicht ganz so robust ist wie sie aussieht, die Beschäftigungsquote gesunken ist, und weit und breit keine Inflation in Sicht ist. Aber die Fed tut dennoch richtig daran, die längste Nullzinsphase ihrer Geschichte zu beenden. Denn diese war als Notmaßnahme nach der Weltfinanzkrise von 2008 gedacht. "Money for Nothing" – zinsloses Geld – darf nicht zum Normalzustand werden, denn es verleitet zu riskanten Investments und führt allzu leicht zu Finanzblasen.

Fed-Chefin Janet Yellen wird auf die Kritiker insofern hören, als dass sie sich mit weiteren Erhöhungen Zeit lässt. Aber die Erwartungen der Märkte sind von nun an auf steigende Zinsen ausgerichtet. Das stellt manche Staaten vor Probleme. Doch je länger die Zinsen bei null geblieben wären, desto schwieriger wäre die Entwöhnung geworden. (Eric Frey, 16.12.2015)

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