"Unsere kleine Schwester": Feierliche Augenblicke

16. Dezember 2015, 15:21
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Ein neuer Film des japanischen Regisseurs Hirokazu Kore-eda, Impressionist feierlicher Alltagsaugenblicke

Familienkonstellationen sind in den Filmen des japanischen Regisseurs Hirokazu Kore-eda das bestimmende Thema. Eine der bekanntesten hieß Nobody Knows (2003) und erzählte von vier Kindern, die von ihrer Mutter verlassen wurden und fortan allein über die Runde kommen mussten.

"Unsere kleine Schwester", die jüngste Arbeit Kore-edas, verhält sich zu diesem Film wie ein lichter, frohmutiger Nachtrag; drei schon etwas ältere Schwestern erfahren vom Tod ihres Vaters und davon, dass ihre 15-jährige Halbschwester Suzu (Suzu Hirose) nun die Gemeinschaftswohnung komplettieren soll. Ohne elterliche Autoritäten und innerhalb der flachen Hierarchie der Geschwister treibt der Familiensinn bald neue Blüten.

Während Suzu von ihren Schwestern gecoacht in die Pubertät übergeht, ringen diese mit Entscheidungen, die schon den nächsten Lebensabschnitt betreffen. Kore-eda ist ein Meister des angedeuteten Erzählens, ein Impressionist feierlicher Alltagsaugenblicke, der große Themen – tradierte Familienwerte in modernen Zeiten – in feiner Dosierung abhandelt. (kam, 16.12.2015)

  • Die Schwestern Sachi, Chika, Suzu und Yoshino am Strand von Kamakura.
    foto: stadtkino

    Die Schwestern Sachi, Chika, Suzu und Yoshino am Strand von Kamakura.

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    Trailer (deutsch).

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