Truck bei IS gelandet: Wie ein Autoverkauf einen Installateur ruinierte

16. Dezember 2015, 12:47
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Ford gelangte auf Umwege nach Syrien – Foto im Netz zeigte Firmenlogo des Handwerkers

Seit ein texanischer Installateur seinen alten Firmen-Lieferwagen beim Kauf eines Neuwagens in Zahlung gegeben hat, ist sein ganzes Leben aus den Fugen geraten. Der Mann erhielt laut seiner Anwälten Hunderte von Anrufen, weil der Pick-up mit dem Firmenlogo "Mark-1 Plumbing" im Internet auftauchte – umgerüstet als Flak-Geschütz einer Dschihadistengruppe in der Nähe der syrischen Stadt Aleppo.

Millionenklage gegen Händler

Seine Anwälte verlangen nun von dem Autohändler, der den Ford F-250 samt Logo weiterverkaufte, eine Entschädigung von einer Million Dollar (rund 910.000 Euro). Nach ihren Angaben hatte Mark Oberholtzer vor dem Neuwagen-Kauf vorgehabt, das Logo von dem alten Wagen zu entfernen.

Der Autohändler in Houston habe jedoch aus Sorge vor möglichen Lackschäden angeboten, die Entfernung selbst zu übernehmen. Der Pick-up wurde dann versteigert und in die Türkei geliefert. Von dort gelangte er in die Hand der Dschihadisten.

Foto im Netz gelandet

Ein Foto des Lieferwagens mit dem Boden-Luft-Geschütz wurde im Dezember 2014 über Twitter in Umlauf gebrachtund verbreitete sich von dort ausgehend über andere Online-Medien. Auch TV-Sender berichteten über das Fundstück.

Daraufhin gingen ungezählte Drohanrufe bei Oberholtzers Firma ein. Das Unternehmen stellte seinen Betrieb ein. Oberholtzer gewöhnte sich an, eine Waffe zu tragen. Sicherheitsbeamte rieten ihm, er solle sich schützen, weil es "da draußen verrückte Leute gibt". (APA, 16.12.2015)

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