Userwertung: Wie hat Ihnen "Star Wars: Das Erwachen der Macht" gefallen?

Umfrage28. Dezember 2015, 05:30
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Gehören Sie zu der Gruppe der Star Wars-Fans, und wenn ja, wie hat Ihnen der Film gefallen?

Ein bisschen scheint es, als gäbe es nur Schwarz und Weiß. Entweder ist jemand Star Wars"- Fan, kennt sich aus mit den verschiedenen Modalitäten der Macht und hat auf den Dezember 2015 und den siebten Teil der Reihe "Star Wars – Das Erwachen der Macht" hingefiebert – oder eben nicht. Aber selbst jene, denen "Star Wars" völlig egal ist, konnten sich in den letzten Wochen dem Hype schwer entziehen. Und die popkulturelle Relevanz des Scifi-Märchenepos ist auch vom größten Skeptiker schwer zu leugnen.

Nun geht es also weiter. Han Solo ist wieder dabei. Alt ist er geworden, aber er weiß noch zu kämpfen. Und auch Leia Organa (Carrie Fisher) betritt erneut die Bühne. Der Nostalgiefaktor ist durch diese beiden Figuren also schon mal sicher gesichert. Nur der gemeinsame Sohn ist nicht ganz so wohlgeraten. Nicht dabei ist dieses Mal "Star Wars"-Schöpfer George Lucas. An seiner Stelle hat J. J. Abrams den Regiestuhl übernommen.

An den Kinokassen ist das Machwerk ausgesprochen erfolgreich, in Österreich legte der Film den erfolgreichsten Kinostart aller Zeiten hin. "Star Wars"-Eis gibt es übrigens mittlerweile auch: Sorte "The Light Side" tritt gegen Sorte "The Dark Side" an. Nun denn.

Was sagen die Kritiker?

Vor allem die deutschsprachigen Kritikerstimmen zeigen sich allerdings eher verhalten, was die Qualität des Films angeht. In der STANDARD-Kritik werden zwar die popkulturellen Querverweise gelobt, der siebte Teil wird aber gleichzeitig als "populärkulturelles Sammelbecken" bezeichnet, "das seicht genug ist, damit niemand darin ertrinken kann".

Die visuelle Inszenierung streicht die "Zeit" heraus. Diese sei deutlich gelungener als die Prequel-Trilogie, die in den Jahren 1999 und 2005 noch unter Lucas' Regie entstanden ist. So sehr wie ein "Update des ursprünglichen Originals" sehe "Das Erwachen der Macht aus [...] , dass er kommenden Oberflächenmoden höchstwahrscheinlich trotzen wird". Aber auch hier wird kritisiert, dass der Film letztlich hohl bleibe und vor allem den Gesetzen der Hollywood-Blockbusterlogik unterliege, bei der eine echte Auflösung nicht vorgesehen sei; denn bei jeder Fortsetzung sei "die nächste Fortsetzung mindestens als Möglichkeit schon wieder angelegt, die serielle Erzählweise führt nirgendwohin und verweist auf nichts als sich selbst".

Die Kritikerstimme im "Spiegel" outet sich schon von Beginn an nicht als größter Fan, wenn es heißt, dass bis jetzt in allen Filmen der Serie eine "Art Techno-Buddhismus" herrschte, Dieser basiere "auf einer esoterischen Macht, die eine dunkle Seite kennt und eine helle – ohne dass klar definiert wäre, was das Helle an dieser sehr kriegerisch und hierarchisch organisierten Widerstandssekte wäre." Viele Fragen würden nicht gestellt werden, in "diesem reduktionistischen Instant-Epos mit den steilen Bildern". Der Film setze sich nicht mit Politik auseinander, nicht mit Ideologie, sondern schöpfe seine Kraft rein aus der Ambivalenz der Macht: "Es ist die Technologie selbst, die die Macht ist und die kein Außen kennt oder duldet."

Deutlich euphorischer sieht die "New York Times" den Film: "The big news about ,Star Wars: The Force Awakens' is — spoiler alert — that it’s good!" Vor allem das junge Schauspielerensemble, Oscar Isaac, John Boyega, Daisy Ridley und Adam Driver, wird gelobt. Natürlich wird auch hier der Blockbustercharakter des Machwerks nicht ignoriert; dennoch sei J. J. Abrams ein Film gelungen, der nicht nur für die Fans der Reihe funktioniere: "He has made a film for everyone (well, almost). So, will Rey, Finn and Poe save the day? Will they battle Kylo Ren and Oedipus, too? Stay tuned for the next potentially thrilling, or at least pretty good, adventure."

"The Atlantic" streicht die starke Frauenfigur der Rey hervor. Auch wenn die weiblichen Rollen zuvor schon emanzipatorische Züge besessen hätten, habe ihnen immer etwas "Burgfräuleinhaftes und Bedürftiges" angehaftet. Dies habe Rey nicht mehr nötig. Sie lebe einen Feminismus, der sich weniger der Bewegung verpflichtet fühle, sondern vielmehr in ihrem starken und selbstbestimmten Handeln durchkomme. Sie unterliege keinem archetypischen Rollenmuster mehr, sondern sei ein vollentwickelter Charakter mit unterschiedlichen Nuancen: "She, as a character, luxuriates in her own subjectivity."

Was sagen Sie?

Gehören Sie zu der Gruppe der "Star Wars"-Fans, und wenn ja, wie hat Ihnen der Film gefallen? Können Sie mit einzelnen Aspekten der Kritik, ob positiv oder negativ, etwas anfangen, oder haben Sie eine gänzlich andere Meinung zum Gesehenen? (jmy, 28.12.2015)

  • Han Solo ist älter geworden. Augenscheinlich.
    foto: walt disney studios

    Han Solo ist älter geworden. Augenscheinlich.

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