Atlantik und Nordsee: Fangquoten fixiert

16. Dezember 2015, 06:43
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Die EU-Fischereiminister haben sich auf Fangquoten für wichtige Fischarten geeinigt. Laut Kritikern wird die Überfischung nicht gestoppt

Brüssel – Die EU-Fischereiminister haben sich auf Fangquoten für wichtige Fischarten im Atlantik und in der Nordsee im kommenden Jahr geeinigt. Es sei ein "starkes und ausgeglichenes Abkommen" erzielt worden, erklärte der luxemburgische Fischereiminister Fernand Etgen nach Beendigung der Beratungen in der Nacht zu Mittwoch in Brüssel.

Demnach bleiben die Bestände bei 36 Fischarten gleich oder werden angehoben, etwa bei bestimmten Makrelenarten und dem Seehecht. Bei der Seezunge wurden die Fangquoten weniger stark reduziert als von der EU-Kommission vorgeschlagen. Beim Kabeljau in der Keltischen See blieben die Minister unter der vorgeschlagenen drastischen Reduzierung des Fangs und einigten sich auf eine Verringerung um zehn Prozent.

Bestand soll erhalten bleiben

Die EU-Kommission hatte für zahlreiche Fischbestände in Nordsee und Nordatlantik im kommenden Jahr eine Beibehaltung oder Anhebung der Höchstfanggrenzen vorgeschlagen. Bei allen Vorschlägen wurden wissenschaftliche Gutachten als Grundlage genommen. Ziel der 2013 beschlossenen großen Fischereireform ist eine Befischung, bei der die größtmögliche Menge Fisch gefangen wird, ohne dass das die gesunde Bestandsgröße gefährdet wird. Ein Bestand meint jeweils eine Fischart in einem ganz bestimmten Meeresgebiet.

Die Meeresschutzorganisation Oceana kritisierte das Abkommen. Die Entscheidung der Minister sei "unzulänglich, um die verbindliche Zusage der Europäischen Union zu erreichen, Überfischung in europäischen Gewässern zu beenden", erklärte Oceana-Direktor Lasse Gustavsson. Damit sei nicht nur die nachhaltige Nutzung der Fischbestände bedroht, sondern auch der Wohlstand der Fischerei.

Fehlende Daten

Nach Zahlen der EU-Kommission vom Sommer werden etwas mehr als die Hälfte der Bestände, für die ausreichend Daten vorliegen, im Nordostatlantik, der Nordsee und der Ostsee bereits nachhaltig befischt. Das sind deutlich mehr als vor Jahren. Eine genaue Einschätzung ist aber schwierig, weil es in diesen Gebieten insgesamt mehr als 220 Bestände gibt. Einige davon sind aber recht klein und machen damit nur einen geringen Anteil an der Fischerei aus. Für andere fehlen Daten. (APA, 16.12.2015)

  • Umweltschützer kritisieren seit Langem, dass die Fischerei durch die EU-Staaten nicht nachhaltig sei.
    foto: dpa/jens büttner

    Umweltschützer kritisieren seit Langem, dass die Fischerei durch die EU-Staaten nicht nachhaltig sei.

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