Achtung, Rutschgefahr: Der "Christmas-Jumper"

17. Dezember 2015, 09:00
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Humor ist, wenn man's trotzdem macht: Der "Christmas-Jumper" sieht meist ziemlich daneben aus. Noch lange kein Grund, ihn nicht auszuprobieren

Mit der Adventzeit ist das so eine Sache. Wenn die kleinen Schokoladen-Nikoläuse in den Süßwarenabteilungen strammstehen und sich in ihre roten Stanniolmäntel schlagen, dann hat das Stündlein für die Modeabteilungen geschlagen. Die befinden sich seither in einer Art, nun ja, Schwebezustand. Sie können sich einfach nicht so recht entscheiden: Ist das jetzt Weihnachten, Silvester, oder, Moment mal, vielleicht sogar schon Fasching? Jedenfalls braucht's Humor, um die irren Pullover mit den Nikolo-Möpsen, den "Merry Fucking Christmas"-Grüßen, den springenden Hirschen und die Haarreifen mit Rentiergeweih nicht allzu ernst zu nehmen.

Eigentlich aber sollte das 2015 sowieso kein Problem mehr sein. Wir sind ja mittlerweile mit allen Wassern gewaschen – der selbstironischen Hipster-Kultur sei Dank. Dass das schon mal anders war? Fast vergessen. Dabei lief Colin Firth in seinem grünen Rentierpullover vor ein paar Jahren noch ordentlich auf. Vielleicht war er einfach zu früh dran, und Bridget Jones mangelte es an Humor, um seinen Aufzug zu verstehen.

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Dafür erfährt Firths Rentierpullover posthum Anerkennung: Er ist zum festen Bestandteil diverser Bestenlisten geworden. Wenn es um die schrägsten "Christmas Jumper" und die "Ugly Sweater" geht, ist er alljährlich mit im Rennen. In den USA und in Großbritannien befeuern die weihnachtlichen Statement-Oberteile eh schon lange das Weihnachtsbusiness. In den letzten Jahren aber haben sie auch den Sprung über den Teich geschafft. Sogar die vermeintlich humorlosen Deutschen machen mit. Ganz so schlimm scheint es also um die Nachbarn nicht zu stehen.

Zumindest hat das seriöse Frankfurter Branchenblatt "Textilwirtschaft" gerade erst ermittelt, dass der "Christmas-Jumper", in anderen Ländern längst ein Verkaufsschlager, auch in Deutschland an Popularität gewinnt. Und Österreich? Zugegeben, so weit wie Großbritannien ist man auch hier noch lange nicht. Dort griff im letzten Jahr sogar Samantha Cameron zu einem Ho-ho-ho-Modell. Natürlich, und das entschärft ihr babyblaues Strickpullover-Modell zusätzlich, nur für die gute Sache, nämlich anlässlich des "Christmas Jumper Day", 2012 von Save the Children ins Leben gerufen. Der fällt in diesem Jahr, das können wir uns ja schon einmal vormerken, auf den 18. Dezember.

foto: reuters / stefan wermuth
Samantha Cameron mit Kindern anlässlich des "Christmas Jumper Day" im Dezember 2014.

Und bis dahin heißt es, Katy Perry aus dem Weg zu gehen. Die Pastorentochter tanzt gerade an der Seite von lebensgroßen Lebkuchenmännern für H&M auf.

foto: h&m
Testimonial Katy Perry mit Christmas Jumper von H&M.

Aber Vorsicht beim Nachmachen der Katy-Perry-Styles. Vor allem in der Kinderabteilung besteht Rutschgefahr. Da können sich bereits Kleinkinder in ein rotes Kostüm mit weißem Besatz, Größe 98, hüllen. Und die Eltern als kleine Weihnachtsmänner (oder -frauen) im Polyestervlies in Schach halten. Dagegen sieht dann selbst der "Christmas-Jumper" ziemlich alt aus. (Anne Feldkamp, 17.12.2015)

Schneemann-Sweater von Topman.
  • Eine begeisterte Miley Cyrus mit Bill Murray am Pulli ...

    Eine begeisterte Miley Cyrus mit Bill Murray am Pulli ...

  • ... anlässlich der Premiere von "A Very Murray Christmas".
    foto: ap/agostini

    ... anlässlich der Premiere von "A Very Murray Christmas".

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