Hochdotierte ERC-Grants für zwei Forscher der TU Graz

15. Dezember 2015, 12:21
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Der Biomedizintechniker Gernot Müller-Putz und der Verschlüsselungsexperte Stefan Mangard werden jeweils mit einem "ERC Consolidator Grant" gefördert

Graz – Europäische Forschungsförderungspreise in Millionenhöhe sind zwei Wissenschaftern der Technischen Universität Graz zugesprochen worden: Gernot Müller-Putz und Stefan Mangard erhalten je einen mit rund zwei Millionen Euro dotierten "ERC Consolidator Grant". Die beiden Forscher wollen die Steuerung von Neuroprothesen und die Sicherung von Computersystemen gegen Attacken verbessern, teilte die TU Graz am Dienstag mit.

Verbesserte Prothesensteuerung

Gernot Müller-Putz erhält Grant des Europäischen Forschungsrates für das Projekt "FEEL YOUR REACH", das sich in den kommenden fünf Jahren um die Kontrolle EEG-basierter Neuroprothesen dreht. Der Leiter des Instituts für Semantische Datenanalyse/Knowledge Discovery der TU Graz hat das Ziel, mithilfe von aufgezeichneten Gehirnsignalen Prothesen zu steuern, um schwer behinderten Menschen den "Zugriff" auf die Außenwelt zu öffnen.

"Bisher entwickelte Neuroprothesen können vor allem die Greiffunktion schon deutlich verbessern. Leider ist es oft so, dass auch andere Körperbewegungen nur mehr eingeschränkt funktionieren, zum Beispiel die Ellenbogenfunktion, und Betroffene dann zu wenige Freiheitsgrade haben, um die Hand/Arm-Neuroprothese angenehm zu steuern", so Müller Putz in einer Aussendung der TU Graz.

Die Bewegungen seien dann mühsam und unnatürlich – "und das wollen wir ändern." Das Forschungsprojekt verfolgt die Idee, die motorischen Befehle direkt aus den Gehirnarealen aufzuzeichnen und die gewünschte Bewegung daraus zu identifizieren. Dazu müsse etwa ein Kontrollsystem entwickelt werden, das zielgenau die Bewegungsabsicht erkennt, decodiert, Fehler identifiziert und sensorisches Feedback berücksichtigt.

Angriffe auf Hardware verhindern

Stefan Mangard ist stellvertretender Leiter des Institutes für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologie der TU Graz und erhält den Grant für das Projekt "Securing Software against Physical Attacks – SOPHIA". Bei solchen Attacken machen sich Angreifer einerseits sogenannte Seitenkanalinformationen wie den Energieverbrauch, das Laufzeitverhalten oder die elektromagnetische Abstrahlung zunutze, um Rückschlüsse auf vertraulich verarbeitete Daten zu ziehen. Andererseits werden Systeme gezielt durch physisches Einwirken manipuliert, um an kritische Daten zu gelangen.

Mangard und sein Team wollen die wissenschaftliche Grundlagen schaffen, um Computersysteme in Anwendungen wie Produktionssystemen, Autos, Sensornetzwerken, Mobiltelefonen oder Tablets nicht nur gegen Netzwerkattacken, sondern auch gegen Attacken auf die Hardware abzusichern. Dabei gehe es vor allem darum, das Zusammenspiel von Kryptografie, Software, Hardware, fehlertoleranten Schutzmechanismen und Verifikationsmethoden integrativ zu betrachten.

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council – ERC) fördert Grundlagenforschung durch hoch dotierte Forschungspreise. Vergeben werden u.a. "Starting- und Consolidator-Grants" für Nachwuchswissenschafter sowie "Advanced Grants" für etablierte Forscher. Die nun vergebenen "Consolidator Grants" sollen Nachwuchsforschern ermöglichen, ihre Position als eigenständiger Forscher zu festigen. (APA, red, 15.12.2015)


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TU Graz

  • Der Sicherheitsforscher Stefan Mangard (links) und der Biomedizintechniker Gernot Müller-Putz holen erstmals ERC Consolidator Grants an die TU Graz.
    foto: lunghammer - tu graz

    Der Sicherheitsforscher Stefan Mangard (links) und der Biomedizintechniker Gernot Müller-Putz holen erstmals ERC Consolidator Grants an die TU Graz.

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