So findet man heraus, welche Interessen Facebook Nutzern zuordnet

15. Dezember 2015, 12:18
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Für personalisierte Werbung sammelt das Netzwerk Daten über Surfverhalten, benutzte Apps und Facebook-Aktivitäten

Werbung ist für Facebook die zentrale Einnahmequelle. 4,3 Milliarden US-Dollar hat das Unternehmen damit im dritten Quartal 2015 eingenommen. Damit die Menschen auch draufklicken, versucht man Anzeigen auf persönliche Vorlieben zuzuschneiden. Personalisierte Werbung soll Nutzern einen Mehrwert bringen, so sehen das jedenfalls die Werbetreibenden. Dafür werden Unmengen an Daten gesammelt, um etwa dem "Star Wars"-Fans Links zu "Star Wars"-Merchandising zu präsentieren. Das Profil, das Facebook hierfür anlegt, schwankt zwischen einer akkuraten Auslistung persönlicher Interessen und absolut irrelevanten Begriffen.

Personalisierte Anzeigen

Es ist zwar keine Neuheit, aber viele Facebook-Mitglieder dürften nicht wissen, dass Facebook sehr detaillierte und für die Nutzer einsehbare Angaben macht, welche Interessen ihnen zugeordnet werden. Man findet dieses Profil unter Einstellungen – Werbeanzeigen (oder direkt unter diesem Link). Hier kann man auch festlegen, ob man überhaupt interessensbasierte Anzeigen sehen will. Für die Anzeigen sammelt der Konzern nicht nur Daten darüber, was man auf Facebook selbst macht, sondern auch welche externen Seiten und Apps man benutzt hat, die mit Facebook verbunden sind. Deaktiviert man diese Funktion, heißt das nicht, dass man gar keine Werbung mehr sieht. Sie wird nur nicht mehr auf die Aktivitäten der Nutzer zugeschnitten.

Das Interessens-Profil

Wer sehen will, woraus Facebook die personalisierten Anzeigen zusammenstellt, muss beim Punkt "Werbeanzeigen basierend auf meinen Einstellungen" auf "Bearbeiten" und weiter auf "Einstellungen für Werbeanzeigen aufrufen" klicken. 14 Kategorien finden sich hier von Ausbildung über Hobby und Aktivitäten bis hin zu Technologie. Facebook erklärt: "Wenn deine Einstellungen beispielsweise ‚Radfahren‘ enthalten, könnten dir möglicherweise Werbeanzeigen von einem Fahrradgeschäft angezeigt werden." Klingt logisch. Aber die Art und Weise wie Facebook überhaupt auf die Idee kommt, dass man sich für Radfahren interessiert, ist es nicht immer.

Im Profil der Autorin findet sich im Bereich "Fitness und Wellness" beispielsweise die Angabe "Nase". "Du hast diese Einstellung, weil du eine Seite im Zusammenhang mit Nase mit ‚Gefällt mir‘ markiert hast", lässt Facebook dazu wissen. Nun kann die Autorin ausschließen, ein besonderes Interesse für das Geruchsorgan zu haben und irgendwelche Seiten in diesem Zusammen geliket zu haben. Allerdings gefällt ihr eine österreichische Band namens "The Nose". Das lässt sich immerhin erklären. Wie Facebook allerdings darauf kommt, dass sich die Autorin für Humboldt County in Kalifornien oder Dolche interessiert, kann nicht mehr nachvollzogen werden.

Begriffe löschen und hinzufügen

Überwiegend stimmen die Begriffe allerdings damit überein, welche Seiten man geliket hat. Wer sich dennoch über seltsame Werbeempfehlungen wundert, sollte einen Blick in dieses Profil werfen. Alle Angaben können mit einem Klick auch gelöscht werden. Und wer unbedingt möchte, kann Facebooks Werbeprofil mit zusätzlichen Informationen füttern. (Birgit Riegler, 15.12.2015)

  • Facebook verdient Milliarden mit Werbung und greift dafür auf jede Menge Nutzerdaten zurück.
    foto: apa/epa/andrew gombert

    Facebook verdient Milliarden mit Werbung und greift dafür auf jede Menge Nutzerdaten zurück.

  • Facebook glaubt, dass sich die Autorin für Nasen interessiert.
    screenshot: red

    Facebook glaubt, dass sich die Autorin für Nasen interessiert.

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