Angst vor unzufriedenen Mitarbeitern

24. Juli 2014, 12:07
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Sabotage durch unzufriedene Mitarbeiter und Hackerangriffe machen IT-Chefs Sorgen. Externe Dienstleister profitieren von der Angst

Die Sicherheit von Daten ist heute für jedes Unternehmen von existenzieller Bedeutung. Der Schaden bei einem Totalverlust ist zumeist kaum wieder gutzumachen. Wie nun eine Umfrage der Fachgruppe UBIT Wien in Kooperation mit dem Sicherheitsdienstleister Firstprotect und der Zeitschrift Computerwelt unter 110 IT-Managern ergeben hat, wird die Bedrohung durch Hackerangriffe, Datenlecks und Spionage ernst genommen.

Obwohl zwei Drittel der Befragten der Meinung sind, gut geschützt zu sein, sind trotzdem rund 50 Prozent der Ansicht, dass ihre Daten bei einem externen IT-Dienstleister sicherer aufgehoben sind als im eigenen Haus. Das liegt vor allem daran, dass externe IT-Dienstleister deutlich seltener Hackerangriffen ausgesetzt sind als beispielsweise F&E-Abteilungen oder Unternehmen in Zukunftsbranchen.

Die Rache der Gedemütigten

Das größte Bedrohungspotenzial geht laut Umfrage von externen Hackerangriffen (74 Prozent) und von Sabotage durch unzufriedene Mitarbeiter (72 Prozent) aus, aber auch die Nachlässigkeit in der Betreuung der Systeme (64 Prozent) stellt ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko dar. Nach Meinung der befragten IT-Manager sind vor allem F&E-Abteilungen und Unternehmen in Zukunftsbranchen (67 Prozent), Banken/Versicherungen (63 Prozent) sowie öffentliche Institutionen (62 Prozent) besonders gefährdet. Deutlich weniger gefährdet sind KMU und Freiberufler.

Firewall und gesicherter Serverraum

Für zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) bieten Firewalls den größten Schutz. Danach folgen regelmäßige Überprüfungen (21 Prozent), das Schulen von Mitarbeitern (17 Prozent) und Virenschutzprogramme (17 Prozent).

"Früher haben Unternehmen wichtige Dokumente in Tresoren verwahrt, um sie zu schützen. Heute müssen Diebe nicht mehr über das Fenster einsteigen, sondern schaffen sich über die Datenkabel Zugang zu Informationen. Der Schaden ist aber um nichts geringer. Die IT spielt mittlerweile eine derart zentrale Rolle, dass der Schutz sensibler Daten gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Daher sind die Systembetreuung durch IT-Experten und die räumliche Trennung von Unternehmen und Datenspeicherung der effektivste Schutz eines Unternehmens vor Datenverlust", sagt Albert Gerlach, Sprecher der Wiener IT-Dienstleister.

Geschäft mit der Angst

Gegen mechanischen Datendiebstahl ist die Firewall aber naturgemäß machtlos. Hier hilft nur ein gesicherter Serverraum. "Einbrüche lassen sich am besten mit Zutrittssystemen zu den Rechenzentren verhindern - so werden bis zu 95 Prozent aller Diebstahlsversuche abgewehrt“, sagt IT-Sicherheitsexperte Michael Röhrenbacher, Niederlassungsleiter von Firstprotect Wien. (kbau, derStandard.at, 24.7.2014)

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