Auch Techniker brauchen Beratung

Interview23. September 2014, 12:55
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Das Career Center der TU Wien (TUCC) ist zehn geworden. Geschäftsführerin Helene Czanba zu den Trends am Markt und dem, was im Portfolio einer solchen Schnittstelle zwischen Uni und Firmen steckt

STANDARD: Was kann das TU Career Center leisten?

Czanba: Wir sind die Schnittstelle zwischen Uni und Arbeitsmarkt, haben uns aber im Laufe der Jahre zu einem HR-Consultant weiterentwickelt. Da wir den Alumni-Verein der TU in unserer Nähe haben, können wir mittlerweile auch Technikerinnen und Techniker mit Berufserfahrung besetzen.

STANDARD: Sie nagen also heftig am Geschäft der Headhunter?

Czanba: Nein, wir werben ja nicht ab. Aber ja - für Personalberater sind wir schon Mitbewerber. Wir haben ja auch Kandidaten aus anderen technischen Ausbildungsstätten. Wir sind eine Spezialisten-Stellenbörse mit rund 1300 Ausschreibungen im Jahr. Dass wir unser Portfolio irgendwann einmal öffnen - das kann sein.

STANDARD: Unternehmen drückt immer noch derselbe Schuh: Technikermangel.

Czanba: Noch ist das so, ja. Maschinenbau, Elektrotechnik - da gibt es Positionen, für die einfach keine Bewerbungen zu bekommen sind.

STANDARD: Die Karriereberatung für Studierende: Was sind da die Themen in einem Bereich, in dem Unternehmen ja eine Menge tun, um an Studierende und Absolventen zu gelangen ...

Czanba: Eigentlich unverändert: Wie bewerbe ich mich, wie schreibe ich mein CV, wie verhalte ich mich im Interview. Wie positioniere ich mich überhaupt gegenüber Arbeitgebern.

STANDARD: Wohin gehen die Trends?

Czanba: Industrie 4.0 und das Internet der Dinge erzwingen viel mehr Interdisziplinarität. Da kommen gerade gewaltige Herausforderungen auf uns zu - da müssen auch die Hochschulen nachziehen. In unserer Arbeit entwickeln sich gemeinsame Programme mit Unternehmen sehr gut - etwa Frauenförderprogramme. Ja, auch das Thema Technikerinnen ist nach wie vor ein sehr großes!

STANDARD:Spüren Sie die Konjunktur, wird es enger? Müssen Unternehmen in ihrem Aufwand sparen?

Czanba: Nein, in unserem Bereich nicht. Die Budgets der Unternehmen schwanken minimal. (DER STANDARD, 20./21.9.2014)

Helene Czanba ist seit 2010 Geschäftsführerin des TUCC. Nach ihrem BWL-Studium an der WU Wien und in São Paulo ging sie in die Personalberatung, dann in den Bereich heimischer Career-Center.


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  • Team des TU Career Centers und TU Wien alumni club. Im Bild: Hinten von links nach rechts: Kerstin Semmelmeyer, Andreas Schwaiger, Silke Cubert, Birgit Hauck, Claudia Szauter, Karin Wittmann. Vorne von links nach rechts: Claudia Kitzmüller, Sanja Crljen, Michaela Hermann, Helene Czanba, Jacqueline Nagy, Markus Picek.
    foto: apa

    Team des TU Career Centers und TU Wien alumni club. Im Bild: Hinten von links nach rechts: Kerstin Semmelmeyer, Andreas Schwaiger, Silke Cubert, Birgit Hauck, Claudia Szauter, Karin Wittmann. Vorne von links nach rechts: Claudia Kitzmüller, Sanja Crljen, Michaela Hermann, Helene Czanba, Jacqueline Nagy, Markus Picek.

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