Weiterer Verhandlungserfolg bei Friedensgesprächen in Kolumbien

15. Dezember 2015, 18:15
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Einigung auf Opferentschädigung – Nur noch einer von fünf Verhandlungspunkten offen

Havanna/Bogota –Kolumbiens Regierung und die linken Farc-Rebellen haben einen weiteren großen Schritt in Richtung Frieden gemacht. Beide Seiten gaben am Dienstag in der kubanischen Hauptstadt Havanna bekannt, sich über Entschädigungen für die Opfer des langjährigen Konflikts in dem südamerikanischen Land geeinigt zu haben. Damit sind vier von fünf Punkten der vereinbarten Friedensagenda abgehakt.

Die Einigung sieht unter anderem die Gründung einer Kommission zur Suche nach Tausenden Menschen vor, die während des mehr als 50 Jahre währenden Krieges in Kolumbien verschwanden. Seit den 1960er-Jahren sind Schätzungen zufolge über 220.000 Menschen ums Leben gekommen, mehr als fünf Millionen weitere wurden zudem vertrieben.

Opfervertreter in Havanna

Zur Unterzeichnung der Vereinbarung waren zehn Opfervertreter nach Havanna gereist, um die Symbolik zu unterstreichen. "Wir glauben jetzt an euch", sagte eine Frau im Namen der Delegation an die Adresse der Friedensunterhändler. Sollten sie versagen, würde das in die Geschichte Kolumbiens eingehen, sagte sie. Die Opfer waren alle im vergangenen Jahr bereits in Havanna gewesen, um vor den Unterhändlern über ihr Leid während des Kriegs zu berichten.

Bei den seit Ende 2012 in Havanna laufenden Friedensgesprächen müssen jetzt die Bedingungen für ein dauerhaftes Ende der Kämpfe in Kolumbien ausgehandelt werden. Bisher gab es nur Gefechtspausen. Eine endgültige Friedensvereinbarung soll bis März erreicht werden. Danach sollen die Kolumbianer in einem Referendum über den vereinbarten Text abstimmen. Die marxistischen Farc-Rebellen sind die größte und älteste Guerillagruppe Lateinamerikas. (APA, 15.12.2015)

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