Deutsche Forscher: Digitalisierung kein Job-Killer

14. Dezember 2015, 15:28
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Beschäftigungsaufbau denkbar

In Deutschland droht durch die Digitalisierung der Arbeitswelt nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern kein massiver Arbeitsplatzabbau. Derartige Befürchtungen seien derzeit unbegründet, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie (http://bit.ly/1jY6iOh) des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

"Es ist sogar denkbar, dass die Digitalisierung statt zu einem Beschäftigungsabbau zu einem Beschäftigungsaufbau" führt, schrieb das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit. Derzeit könnten nur wenige Berufe vollständig von Computern ersetzt werden.

Widersprechende Einschätzungen

Die Ergebnisse der Studie widersprechen Einschätzungen, dass in Deutschland in den nächsten zehn bis 20 Jahren etwa 59 Prozent der Beschäftigten von Computern verdrängt werden könnten. Damit wurden nach Darstellung der IAB-Autoren nur Berechnungen aus den USA auf den deutschen Arbeitsmarkt übertragen, obwohl sich dieser unterscheide. Das IAB untersuchte daher auf der Grundlage von Berufsbeschreibungen, in welchem Umfang diese derzeit von Computern übernommen werden könnten.

Nur 0,4 Prozent der über 30 Millionen sozialabgabenpflichtig Beschäftigten arbeiten demnach in Berufen, deren Aufgaben vollständig durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ausgeführt werden können. Etwa 15 Prozent (4,4 Millionen Beschäftigte) seien in Berufen tätig, die zu 70 Prozent oder mehr von Computern erledigt werden könnten. Ob diese Tätigkeiten tatsächlich durch Computer ersetzt würden, hänge von vielen Faktoren ab. Unter anderem müssten sich die Investitionen in digitale Technologien lohnen. Von rund 1.200 Berufen seien 170 gar nicht durch Computer ersetzbar. (APA, 14.12. 2015)

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