Vorarlberg: Pilotprojekt zur Mobilisierung leerer Wohnungen

14. Dezember 2015, 13:04
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Vogewosi übernimmt Verwaltung, Land garantiert für Mietausfälle

In Dornbirn startet Anfang Jänner ein Pilotprojekt, das leerstehende Wohnungen auf den Markt bringen soll. Im Rahmen des Projekts "Sicher vermieten" übernimmt die Vorarlberger gemeinnützige Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (Vogewosi) die Verwaltung der Wohnungen, das Land gibt eine Garantie für Mietausfälle. Im Gegenzug verzichtet der Vermieter auf 20 Prozent der Mieteinnahmen.

In Vorarlberg stehen laut Schätzungen 7.000 bis 10.000 Wohnungen leer, sagte Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP) bei der Vorstellung des Pilotprojekts am Montag in Bregenz. In Dornbirn sind es zwischen 1.200 und 1.500, bei einer konstanten Wohnungswerberzahl von durchschnittlich 1.000 Personen, ergänzte die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (ÖVP). Das sei eine sehr hohe Zahl, deshalb habe man sich zu einem Pilotversuch bereiterklärt.

Projektpartner bei "Sicher vermieten" – dem ersten derartigen Projekt in Österreich, das auch umgesetzt wird – sind neben dem Land und der Stadt Dornbirn die Vogewosi und die Vorarlberger Eigentümervereinigung (VEV). Sie wollen mit dem Modell dem Vermieter größtmögliche rechtliche und finanzielle Sicherheit sowie ein geringes Risiko bieten und Wohnungssuchenden leistbaren Wohnraum zur Verfügung stellen.

Wohnungen der Kategorie B

Konkret nimmt sich die VEV der Klärung rechtlicher Belange an, berät und unterstützt bei der Anmeldung. Die Vogewosi übernimmt die Verwaltung der Wohnungen und regelt zuvor die Kontakte zwischen Eigentümern und Mietern. Zudem organisiert sie die Mietverträge, die dann allerdings zwischen Vermieter und Mieter geschlossen werden. Das Land gibt Eigentümern eine Garantie für mögliche Mietausfälle. Sie werden von den Projektpartnern auf Basis der Erfahrungen der Vogewosi mit rund drei Prozent angegeben. Im Gegenzug verzichtet der Eigentümer auf 20 Prozent des Richtwertmietzinses, der 2015 in Vorarlberg 8,28 Euro netto pro Quadratmeter beträgt.

Für das Projekt infrage kommen Wohnungen der Kategorie B gemäß Mietrechtsgesetz, das heißt: brauchbarer Zustand, mindestens ein Zimmer, Küche, WC und zeitgemäßes Bad. Vermietet wird das Objekt über das Wohnungsamt der Stadt Dornbirn, das dem Eigentümer eine Person aus der Liste der Wohnungswerber zuteilt. Sowohl Rüdisser als auch Kaufmann und VEV-Geschäftsführer Markus Hagen zeigten sich zuversichtlich, dass das Projekt erfolgreich anlaufen wird. Das Interesse sei aber schwer einschätzbar. Zwar stünden bei der VEV rund zehn potenzielle Vermieter in den Startlöchern, auch in der Stadt habe es bereits einige Anfragen gegeben, "es ist aber nicht so, dass uns die Leute schon jetzt die Türe einrennen", räumte Hagen ein. Dafür müsse man noch viel Informationsarbeit leisten.

Für 50 Wohnungen kalkuliert

Die Projektpartner haben deshalb vorerst für 50 Wohnungen kalkuliert. "Wenn es 60 werden, sind wir froh", so Kaufmann. Bei 40 bis 60 Wohnungen werde man auch über eine Ausweitung des Modells nachdenken, erklärte Rüdisser. Mal zehn entspreche das bereits der jährlich neu gebauten Anzahl an gemeinnützigen Wohnungen. Informationen zum Projekt erhalten Interessierte bei allen Projektpartnern und unter vorarlberg.at/sichervermieten. (APA, 14.12.2015)

  • 7.000 bis 10.000 Wohnungen stehen in Vorarlberg laut Schätzungen leer.
    foto: : apa/georg hochmuth

    7.000 bis 10.000 Wohnungen stehen in Vorarlberg laut Schätzungen leer.

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