Userwertung: Wie hat Ihnen "Me and Earl and the Dying Girl" gefallen?

Umfrage14. Dezember 2015, 12:25
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Alfonso Gomez-Rejon hat eine Geschichte über Freundschaft und das Erwachsenwerden gedreht. Bewerten Sie den Film und diskutieren Sie im Forum

Der Beginn der Freundschaft wird erzwungen. Die Mutter des 17-jährigen Greg (Thomas Mann) sorgt sich um dessen soziale Kompetenzen und hat sich ein etwas bizarres Gegenmittel überlegt: Greg soll mehr Zeit mit Rachel verbringen, die mit ihm in die Highschool geht. Rachel (Olivia Cooke) wiederum hat Leukämie im fortgeschrittenen Stadium und ist anfangs wenig begeistert, dass sie als bemitleidenswertes Sozialprojekt wahrgenommen wird. Und eigentlich will Greg auch nur mit seinem einzigen Freund Earl (R. J. Cyler) Hollywoodklassikern satirisch zu Leibe rücken: Aus "Clockwork Orange" wird in der Version der beiden Jugendlichen beispielsweise "Sockwork Orange", und die Hauptrollen werden von Sockenpuppen verkörpert. Irgendwie funktioniert das schräg gestartete Unternehmen Freundschaft mit dem todkranken Mädchen dann doch. Sie interessiert sich für seine Filme, er sich dafür, was sie über das Leben zu sagen hat.

Regisseur Alfonso Gomez-Rejon hat die Buchvorlage von Jesse Andrews nach dessen eigenem Drehbuch verfilmt und bringt mit drei Protagonisten Figuren auf die Leinwand, die mit ihrem Spiel die Kritik erfreuen.

Was sagen die Kritiken?

In der "New York Times" ist man auch vom Rest des Films angetan. "Me and Earl and the Dying Girl" sei berührend, nachdenklich und rücksichtsvoll. Er fange die Gefühle des Erwachsenwerdens sensibel ein und verzichte dabei, auf die Tränendrüse zu drücken. Auch wenn die großen Themen wie menschliche Unsicherheiten, die unterschiedlichen Bedeutungen von Freundschaft und die Angst vor dem Tod verhandelt werden, gehe es in Gomez-Rejons Werk in angenehmer Weise darum, was es heißt, jung zu sein: "About drifting, hanging out, wasting time and succumbing to confusion."

Kritischer sieht der "Spiegel" die Coming-of-age-Geschichte. Vor allem die Inszenierung der todkranken Rachel stößt auf Skepsis: Ihr Schicksal diene "letztlich bloß als Vorwand für den Selbstfindungsprozess des narzisstischen Ich". Dass der Regisseur das Ausnutzen der weiblichen Figur als Projektionsfläche zwar in seiner Klischeehaftigkeit thematisiere, begründe die "kalkulierte Doppelbödigkeit" des Films und mache ihn nach Dafürhalten des "Spiegels" nur noch frustrierender. "Ich und Earl und das Mädchen" sei somit derart "fest dreifach verschraubt und mit Metaebenen ausgestattet, dass am Ende garantiert kein echtes Gefühl mehr durchdringt".

Und auch im STANDARD werden die Widersprüche und die teilweise penetrante Inszenierung, etwa das überdeutliche Abrücken von Erzählkonventionen, als Schwachstelle ausgemacht. Als positiv wird allerdings das Darstellerensemble herausgestrichen, dem es zu verdanken sei, dass "man dem Film dennoch gern auf seinem Schlingerkurs durch getestete Freundschaften folgt".

Was sagen Sie?

Können Sie mit den positiven und negativen Anmerkungen der Kritikermeinungen etwas anfangen? Oder haben Sie andere Aspekte wichtiger gefunden, und wie hat Ihnen der Film ganz allgemein gefallen? (jmy, 14.12.2015)

  • Earl und das kranke Mädchen, das Rachel heißt.
    foto: abc-films

    Earl und das kranke Mädchen, das Rachel heißt.

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