44 Tote bei Luftangriffen im Jemen

13. Dezember 2015, 18:38
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Bombardements durch arabische Koalition kurz vor geplanten Friedensverhandlungen

Sanaa – Kurz vor den geplanten Friedensgesprächen zwischen den Konfliktparteien im Jemen hat die Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens bei Luftangriffen im Jemen mindestens 44 Menschen getötet. Bei Bombardements in der Region Haradh in der nördlichen Provinz Hajja seien sechs Häuser getroffen worden, berichteten Augenzeugen am Sonntag.

Ein Feldlazarett vor Ort teilte mit, dass die Leichen von zwölf Zivilisten sowie mehr als 20 Verletzte eingeliefert worden seien. Haradh liegt an der Grenze zu Saudi-Arabien und zählt zu den Hochburgen der schiitischen Huthi-Rebellen.

Konvoi bombardiert

In der Nähe der südjemenitischen Stadt Damt wurden nach Angaben aus Armeekreisen zwölf Rebellen durch regierungstreue Kämpfer getötet. Die Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten hatten die Stadt im November eingenommen. In derselben Gegend seien am Samstagabend bei Kämpfen neun Rebellen und vier regierungstreue Kämpfer getötet worden, hieß es weiter. Am Sonntagmorgen bombardierte die arabische Militärkoalition einen Rebellenkonvoi auf dem Weg zwischen den Provinzen Taez und Lahj. Dabei seien sieben Menschen getötet worden, verlautete von Stammesvertretern.

Die Huthi-Rebellen erklärten auf ihrer Website Sabanews.net, sie hätten eine Rakete auf den Militärstützpunkt Khaled bin Abdulaziz im Süden Saudi-Arabiens abgeschossen und damit Sachschaden angerichtet. Die saudi-arabischen Behörden bestätigten die Angaben nicht.

Waffenstillstand

Am Dienstag sollen in der Schweiz unter Vermittlung der Vereinten Nationen Friedensgespräche zwischen den Huthi-Rebellen und dem jemenitischen Regierungslager stattfinden. Ein von der Regierung vorgeschlagener siebentägiger Waffenstillstand soll die Gespräche voraussichtlich begleiten.

Die Huthi-Rebellen waren im September 2014 in die jemenitische Hauptstadt Sanaa vorgedrungen und hatten dort im Jänner vollständig die Macht übernommen. Als sie im März auf die südliche Hafenstadt Aden vorrückten, floh Jemens Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi nach Saudi-Arabien und bat Riad um Hilfe. Das Königreich intervenierte daraufhin an der Spitze einer arabischen Militärkoalition.

Seit März wurden in dem Konflikt nach UN-Angaben mehr als 5800 Menschen getötet, etwa die Hälfte von ihnen waren Zivilisten. Im Jemen sind Schätzungen zufolge 80 Prozent der 26 Millionen Einwohner auf Hilfe angewiesen. (APA, 13.12.2015)

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