Ried gegen WAC im Kampf gegen Rote Laterne

11. Dezember 2015, 15:15
2 Postings

Kärntner derzeit wegen besserem Torverhältnis Neunter – Bei beiden Teams zeigt Formkurve nach oben – Pfeifenberger: "In Bundesliga derzeit alle auf Augenhöhe"

Ried im Innkreis/Wolfsberg – Heimo Pfeifenberger hat dem WAC neues Leben eingehaucht. Mit sieben Punkten aus drei Spielen starteten die Kärntner einen diese Saison noch nie da gewesenen Höhenflug. Sollten die Wolfsberger diesen auch im letzten Spiel vor der Winterpause in Ried fortsetzen, überwintern sie fix nicht als Letzter. Die Innviertler sind nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses im Besitz der "Roten Laterne".

Nicht nur aufgrund der Tabellenkonstellation ist am Samstag (18.30 Uhr) in der Keine-Sorgen-Arena eine enge Partie zu erwarten. Auch die Rieder sind im Aufwind, holten aus den letzten drei Spielen sechs Punkte. Zudem gab es in den Saisonduellen noch keinen Sieger. Am 2. August endete die Partie in Ried 0:0, am 3. Oktober in Wolfsberg 1:1. Auch in der 2. ÖFB-Cup-Runde hatte es am 23. September in Ried in der regulären Spielzeit (0:0) keinen Sieger gegeben, sich Ried im Elfmeterschießen 5:3 durchgesetzt.

"Ich glaube, dass in der Bundesliga derzeit alle auf Augenhöhe sind. Man braucht gegen jeden einen guten Tag, um zu gewinnen", schilderte Pfeifenberger seine Sicht. Seine Mannschaft liegt derzeit auf Platz neun, aber nur neun Zähler hinter dem Vierten Admira Wacker Mödling. "Wir schauen nicht auf die Tabelle, wichtig sind die Punkte", sagte der WAC-Coach.

Die zählen zum Herbstabschluss im "Sechs-Punkte-Spiel" quasi doppelt. "Wir haben eine sehr gute Aufholjagd gestartet und wollen jetzt wieder drei Punkte holen", hoffte der Salzburger auf einen positiven Ausklang. Unter Pfeifenberger sind die Wolfsberger nach den Duellen mit der Admira (4:0), Salzburg (1:1) und Leader Austria (2:0) noch unbesiegt. "Die Mannschaft ist zuletzt sehr überzeugend aufgetreten, wir nehmen das Selbstvertrauen auch nach Ried mit", blickte Pfeifenberger optimistisch nach vorne.

Für einen Sieg muss der Neunte endlich seine Auswärtsmisere beenden. In der Fremde gab es in den jüngsten 21 Spielen keinen Sieg. "Das müssen die Spieler ausblenden", betonte Pfeifenberger. Da die zuletzt angeschlagenen Stephan Palla und Jacobo wieder mit dem Team trainieren konnten, dürfte der WAC in Ried mit der gleichen Anfangsformation wie beim 2:0 gegen die Austria einlaufen.

Bei den Riedern war die Personalsituation deutlich ungewisser. Florian Hart fällt fix aus, auch Gernot Trauner, Oliver Kragl, Bernhard Janeczek, Thomas Bergmann und Thomas Murg waren diese Woche angeschlagen. "Wir haben ein riesiges Manko. In dieser Woche konnte nur die halbe Mannschaft trainieren", war sich Coach Paul Gludovatz der schwierigen Situation bewusst.

Das angeschlagene Quintett dürfte aber die Zähne zusammenbeißen. "Wir sind zurzeit laut Tabelle die schlechteste Heim-Mannschaft. Das wollen wir gegen den WAC korrigieren", gab der Burgenländer die Marschroute vor. Zu erwarten sei aber harte Gegenwehr. "Sie haben gegen zwei Brocken vier Punkte gemacht, spielen viel lockerer und werden uns große Schwierigkeiten bereiten", so Gludovatz.

Während offen ist auf welchem Platz sein zuletzt Rapid 1:2 unterlegenes Team überwintert, ist seine eigene Zukunft seit Donnerstag geklärt. Zuerst deutete ein Medienbericht auf einen Rücktritt des 69-Jährigen im Winter hin, dann gaben die Rieder nach einer einberufenen Sitzung an einem laut Manager Stefan Reiter "turbulenten" die Vertragsverlängerung bis Saisonende bekannt. Ursprünglich hätte man sich erst nach dem WAC-Spiel zusammensetzen wollen. Die zahlreichen Spekulationen innerhalb der Mannschaft und in Medien führten nun aber zu einem schnelleren Handeln. Ein Rücktritt sei laut Gludovatz kein Thema gewesen.

Gemeinsam hofft man im Herbstfinale auf den Vorstoß auf Rang neun. "Wir wollen dieses Spiel gewinnen, nicht nur weil es ein Schlüsselspiel Neunter gegen Zehnter ist, sondern auch weil wir mit einem positiven Erlebnis in die Winterpause gehen wollen", meinte Reiter. Ried ist zu Hause drei Partien ungeschlagen und hat gegen den WAC in der Liga zuletzt fünfmal nicht verloren. Der letzte Sieg im Innviertel gelang den Wolfsbergern am 14. Dezember 2013 mit 3:1. (APA; 11.12.2015)

SV Ried – WAC (Ried, Keine-Sorgen-Arena, Samstag, 18.30 Uhr, SR Ouschan). Bisherige Saisonergebnisse: 0:0 (h), 1:1 (a)

Ried: Gebauer – Janeczek, Reifeltshammer, Filipovic – Bergmann, Trauner/Streker, Polverino, Möschl – Walch, Elsneg – Sikorski

Ersatz: Durakovic – Antonitsch, Gavilan, Prada, Kragl, Murg

Es fehlen: J. Baumgartner, Ziegl (Rehabilitation bzw. Aufbautraining), Hart (Oberschenkelzerrung)

Fraglich: Trauner (Kniegelenksverletzung), Kragl (Rückenprobleme), Janeczek (Schleimbeutelreizung im Knie), Bergmann (Wadenverhärtung), Murg (Blinddarmreizung)

WAC: Dobnik – Standfest, Hüttenbrenner, Rnic, Palla – Jacobo, Rabitsch, Tschernegg, Wernitznig – Silvio, Ouedraogo

Ersatz: A. Kofler – Sollbauer, Baldauf, Berger, Seidl, Putsche, Hellquist

Es fehlen: Drescher (Mittelfußknochenbruch), Weber (nach Leisten-OP), Schmerböck (nach Meniskus-OP), Zündel (Leisten-OP), Trdina (nach Kreuzbandriss)

Share if you care.