Internet-Traffic: Menschen überholen Bots

11. Dezember 2015, 14:31
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Schadprogramme und gefährliche Bots für ein Viertel des Aufkommens verantwortlich

Weltweit ist das Datenaufkommen im Internet jährlich deutlich im Steigen begriffen. Interessant ist allerdings, dass trotz des Aufkommens unzähliger neuer Angebote und des Booms verschiedener Social Media-Services ein hoher Teil des Webtraffics gar nicht von Menschen erzeugt wird.

Das zeigen Zahlen des Website-Security-Dienstleisters Incapsula. Laut dessen Messungen im jüngsten Bot Traffic Report verursachen die User direkt nur etwas mehr als die Hälfte des Trafficaufkommens.

"Gute" Bots kommen auf 19,5 Prozent

Auf 51,5 Prozent rechnet man den menschlichen Anteil anhand der Daten aus 2015 hoch. Analysiert wurden dafür 19 Milliarden Visits auf 35.000 Webseiten. Die verbleibenden 48,5 Prozent erfolgen automatisiert.

Die zweitgrößte Gruppe bilden DDoS-Angriffe, Spionage-Bots und ähnliche Gefahren, die Incapsula unter "Impersonator" zusammenfasst. Ihnen folgen harmlose Skripte, etwa die "Spider" von Suchmaschinen, die für die Indexierung von Webseiten verantwortlich sind (19,5 Prozent).

"Scraper", also Programme, die automatisiert Internetseiten absuchen und ihre Inhalte auf Fremdangebote kopieren, machen 2,5 Prozent des Traffics aus. 2,0 Prozent des Traffics konnte man als Folge des Einsatzes von Hacking-Software identifizieren. Kaum relevant ist die einstige Plage Nummer 1 im Internet. Der Anteil von Spammern am Datenverkehr hat sich mittlerweile auf lediglich 0,1 Prozent reduziert. Der Gesamtwert von 100,1 Prozent in den von Statista zusammengefassten Werten ergibt sich aus Rundungsfehlern.

Trendwende

Im Vergleich zum Vorjahr haben die Menschen damit heuer die Mehrheit am Internetverkehr zurückerobert, was auch dem Wachstum der Nutzerschaft auf mittlerweile geschätzt 3,17 Milliarden Menschen und dem Boom bei mobiler Nutzung geschuldet sein dürfte.

Seit der erstmaligen Erhebung im Jahr 2012 lagen automatisierte Zugriffe laut Incapsula vorne, 2013 machten sie beinahe eine Zweidrittelmehrheit aus. Während der Anteil der "bösen" Bots stets stabil um 30 Prozent blieb, sank dafür der Trafficanteil der harmlosen Bots deutlich. (gpi, 11.12.2015)

  • 51,5 Prozent des Webtraffics wurden 2015 von Menschen verursacht.
    foto: statista

    51,5 Prozent des Webtraffics wurden 2015 von Menschen verursacht.

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