Wie eine Mutter wegen "zu vieler Geschenke" zum Hassobjekt im Netz wurde

11. Dezember 2015, 10:39
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Die 35-jährige Emma Tapping veröffentlichte auf Instagram ein Bild ihres Christbaums samt Geschenken

Alles, was man im Netz veröffentlicht, kann gegen einen verwendet werden: Diese Erfahrung muss gerade die 35 Jahre alte Britin Emma Tapping machen. Die dreifache Mutter veröffentlichte vor einer Woche ein Foto von ihrem Christbaum, der mit Geschenken überhäuft ist. Tapping, die einen Blog über sparsames Wirtschaften mit Kindern betreibt, wollte mit dem Bild ihre 258 Instagram-Follower in weihnachtliche Stimmung bringen. Die Anzahl der Geschenke habe sich durch Tapping dadurch ergeben, dass es viele Kleinigkeiten seien und neben ihren drei Kindern auch noch die Geschenke von und für ihren Mann, sie selbst und ihre Mutter enthalten wären.

Boulevardmedien schließen sich Hasskampagne an

Das kann man sich leicht ausrechnen: Wenn jedes Familienmitglied allen anderen jeweils zwei Kleinigkeiten schenkt, ergeben sich schon 60 Packerln. Diese Mühe hatten sich allerdings einige Internetnutzer nicht gemacht: Sie stahlen Tappings Bild und kreierten ein Meme, in dem Tapping als "materialistischer Elternteil" bezeichnet wurde. Gleichzeitig wurde auf die "vielen Kinder, die nur wenig kriegen" verwiesen. Das wurde wiederum mehr als hunderttausend Mal geteilt, sodass schließlich sogar britische Boulevardmedien auf die Causa aufsprangen – die für ihren Voyerismus bekannt sind.

"Schockierende Erfahrung"

Tapping musste sich schließlich auf Facebook verteidigen, da Boulevardmedien berichtet hatten, sie sei bei der Geburt ihres ersten Kindes 14 Jahre alt gewesen – tatsächlich war Tapping 21. Außerdem veröffentlichten Medien zahlreiche Privatfotos. Gegenüber Buzzfeed spricht sie von einer "schockierenden Erfahrung". Es sei ihr um ihre "drei kleinen Kinder" gegangen – Weihnachten werde sie sich aber dennoch nicht versauen lassen. (red, 11.12.2015)

  • Das Foto wurde zweckentfremdet und für eine Hasskampagne verwendet
    foto: screenshot

    Das Foto wurde zweckentfremdet und für eine Hasskampagne verwendet

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