Möbelhersteller Bene nicht mehr an der Börse

11. Dezember 2015, 09:47
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Nach Umsetzung des Squeeze-out keine Zulassungsvoraussetzung mehr

Wien/Waidhofen an der Ybbs – Ein weiteres Unternehmen verlässt die Wiener Börse. Der Büromöbelhersteller Bene hat das im September beschlossene Squeeze-out am Freitag umgesetzt und die Minderheitsaktionäre ausgeschlossen. Daher gibt es keinen Streubesitz mehr, damit entfällt die Zulassungsvoraussetzung für die Börse. Zunächst hat die Wiener Börse die Aktien vom Handel ausgesetzt, eine Rückkehr zeichnet sich aber nicht ab.

Bene hatte zuletzt 9,76 Prozent Streubesitz und hat diesen Aktionären 1,03 Euro je Aktie Abfindung angeboten. Dagegen hat allerdings der Interessenverband für Anleger (IVA) beim Landesgericht St. Pölten eine Anfechtungsklage eingebracht. Anlegerschützer Wilhelm Rasinger argumentiert, dass der Ausschluss des Streubesitzes zum "ungünstigsten" Zeitpunkt erfolge und fairerweise erst dann über die Bühne gehen sollte, wenn eine "Normalisierung" eingetreten sei.

Von Grossnigg und Bartenstein übernommen

Bene wurde im Juni von dem Sanierer Erhard Grossnigg und dem ehemaligen ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein zu 90,24 Prozent übernommen. Davor hatte das Unternehmen jahrelang Verluste geschrieben. Grossnigg kündigte bereits weitere Einschnitte an: "Wir werden uns noch einmal von vielen Mitarbeitern trennen müssen, um die Strukturen den Umsätzen anzupassen." Die Mitarbeiterzahl ist zwischen Jänner und Juli von 1.050 auf 920 zurückgegangen. Grossnigg ist auch an der Mutterfirma der Neudoerfler Office Systems, Konkurrentin von Bene, beteiligt.

Bene wurde 1740 als Tischlerei gegründet und blieb das bis in die 1940er-Jahre. 1951 stieg der damalige Inhaber Gottfried Bene auf die industrielle Fertigung um, ab den 1980er-Jahren wurde auf die Internationalisierung gesetzt. 2004 stieg der Finanzinvestor UIAG ein, der das Unternehmen 2006 in eine Aktiengesellschaft umwandelte und an die Börse brachte. Am 3. November 2006 notierte Bene erstmals an der Wiener Börse, 52,7 Prozent lagen damals im Streubesitz. Am 11. Dezember 2015 wurde der Handel mit den Papieren ausgesetzt – wohl auf Dauer. (APA, 11.12.2015)

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