Elektroauto als Fetisch

Kolumne17. Dezember 2015, 12:13
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Die E-Mobilität wird immer interessanter und E-Auto-Fans immer aggressiver

Derzeit werden viele Themen rund um das Elektroauto äußerst emotional diskutiert. Dabei sind die wichtigsten Eckpunkte längst klar: Es gibt bereits eine interessante Auswahl an Fahrzeugen von mehreren Herstellern. Das Aufladen der Batterien wird immer attraktiver, weil es zusehends schneller geht und immer mehr öffentliche Ladestationen errichtet werden. Und wer daheim einen Starkstromanschluss in der Garage oder an seinem Parkplatz hat, ist überhaupt gut versorgt.

Reichweitenproblem

Durchaus erhebliches Potenzial liegt allerdings noch in der Verbesserung der Reichweite. Theoretische Angaben liegen bei rund 200 Kilometer, in Wirklichkeit kann man nur mit 100 bis 150 Kilometer rechnen, stark abhängig vom Fahrstil und von den Temperaturverhältnissen. Einzige Ausnahme: die Luxuslimousine Tesla, die mehr als doppelt so viele Batterien an Bord hat und dementsprechend auch weiter kommt.

Bei sehr hohen und tiefen Temperaturen wird für Kühlen und Heizen entsprechend viel Energie verbraucht, die dann bei der Reichweite abgeht. Warum ist das beim Elektroauto so ausgeprägt? Weil der Elektroantrieb extrem energieeffizient arbeitet, da spürt man zusätzliche Verbraucher umso stärker.

Steuerbegünstigungen

Trotzdem: Viele positive Erfahrungen von Elektroautobesitzern verleihen dem Thema nun zusätzlich Schwung, ganz abgesehen von den Steuerbegünstigungen für Firmenfahrzeuge ab Jänner. Warum einzelne sektenhafte Elektroautofans gleichzeitig immer aggressiver werden, ist angesichts dieser Erfolgskurve der Elektromobilität eigentlich nicht nachvollziehbar. (Rudolf Skarics, 17.12.2015)

  • Der Tesla hat doppelt so viele Batterien an Bord wie viele seiner Konkurrenten. Darum fährt er auch doppelt so weit.
    foto: reuters

    Der Tesla hat doppelt so viele Batterien an Bord wie viele seiner Konkurrenten. Darum fährt er auch doppelt so weit.

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