Mehr Schutzgebiete für Schneehuhn, Flusskrebs und Co in Vorarlberg

10. Dezember 2015, 16:01
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Vorarlberg hat das Netzwerk europäischer Schutzgebiete erweitert. 17 neue Natura-2000-Gebiete wurden vorgestellt

Bregenz – Sie tragen geheimnisvolle Namen wie Gortniel, Spona, Davenna oder abenteuerversprechende wie Üble Schlucht, die 17 neuen Europa-Schutzgebiete in Vorarlberg.

Zwischen Bodensee, Montafon und Lechtal wurde das Netzwerk der Natura-2000-Gebiete in Vorarlberg um etwas mehr als 3.000 Hektar auf 24.132 Hektar Fläche erweitert. Nicht ganz freiwillig, denn Basis war ein Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission gegen die Republik Österreich vor zwei Jahren. Österreich habe zu wenige Natura-2000-Gebiete ausgewiesen, wurde bemängelt.

Umweltlandesrat Johannes Rauch (Grüne) sieht die EU-Vorgaben als positive Maßnahme zur Sicherstellung der Naturvielfalt. "Natura 2000 ist eine Chance, keine Bedrohung", sagt Rauch. Das habe er auch in zahlreichen Gesprächen und bei Veranstaltungen in den betroffenen Gemeinden versucht den Kritikern zu vermitteln.

Keine Sperrgebiete

Argumente gegen Naturschutzgebiete kommen vor allem von Grundbesitzerinnen und -besitzern, die Wertminderungen befürchten. Rauch: "Natura-2000-Gebiete sind grundsätzlich keine Sperrgebiete für die Menschen. Naturverträgliche Nutzung ist möglich und wird es auch in Zukunft bleiben." Nutzungseinschränkungen werden durch Entschädigungen kompensiert, dafür sind im Budget fürs Jahr 2016 30.000 Euro vorgesehen.

Karstlandschaft Ifen

Das größte nachnominierte Natura-2000-Gebiet ist mit 2.466 Hektar die alpine Karstlandschaft Ifen, die zum Kleinwalsertal und zum Bregenzerwald gehört. Besonders schützenswert ist hier der gefährdete Ungarische Enzian. Der Ifen ist Rückzugsgebiet für Steinhühner, Steinadler, Auerhühner, Turmfalken und Alpenschneehühner. Widerspruch zum dominierenden Wirtschaftszweig Tourismus sieht der Mittelberger Bürgermeister Andi Haid nicht. Die Gäste kämen wegen der intakten Natur, Schutzgebiete garantierten diese auch für die Zukunft. (Jutta Berger, 10.12.2015)

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